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Geschichte des Klinikums

Das älteste Hospital innerhalb der Mauern Dessaus wird erstmalig in einer Urkunde aus dem Jahre 1228 als "Hospital in Dessau" erwähnt. Das Hospital Sankt Georgen gilt als zweitältestes Hospital und Armenhaus. Der erste schriftliche Nachweis stammt aus dem Jahre 1408. Als man 1680 das Übergreifen der Pest auf Dessau befürchtete, wurden mit Mitteln des Hospitals "Zum Heiligen Geist" Grundstücke zwischen der jetzigen Stadtschwimmhalle und der Museumskreuzung gekauft und ein Pestlazarett eingerichtet, das später als Siechenhaus und Bettlerherberge diente. Von 1766 - 1770 ließ Fürst Franz ein "Armen-, Siechen-, Arbeits-, Zucht- und Gefängnishaus" nach Entwürfen von F.W. von Erdmannsdorf an der Westseite der Franzstraße errichten.


1816 verkaufte die Landesregierung das Gebäude und mietete für die Kranken ein Haus an der Ostseite der Franzstraße, welches sie 1820 kaufte. Damit stand der Bevölkerung und dem Militär ein Staatliches Krankenhaus zur Verfügung und es beginnt die eigentliche Geschichte des Städtischen Klinikums. Schon 1850 reichte der Platz im Krankenhaus für die Versorgung nicht mehr aus; es erfolgte ein Erweiterungsbau im Nachbargrundstück. 1851 wurden beide Gebäude durch einen Verbindungsbau räumlich vereinigt. Angeregt durch die Gründung kommunaler Krankenhäuser in anderen Städten Anhalts, suchte die Landesregierung sich aus Kostengründen des Staatlichen Krankenhauses in Dessau zu entledigen.

Nach Bildung des Kreises Dessau im Jahre 1870 wurde es am 1.7.1872 durch den Kreis unter Zusicherung eines jährlichen Zuschusses durch die Regierung als Kreiskrankenhaus übernommen. Dr. Mohs strebte als dirigierender Arzt beharrlich den Neubau eines zeitgemäßen Krankenhauses an. Am 20.12.1887 konnte das 1886 nach Plänen der Berliner Architekten Schmieden und Gropius (Vater von Walter Gropius) begonnene neue Krankenhaus mit 100 Betten nebst einem Isolierhaus eingeweiht werden. Das Hauptgebäude mit Front zur Gropiusallee, Pavillons und Nebengebäude waren so angelegt, dass Erweiterungen möglich waren.

Schon 1897 erwies sich das Krankenhaus als zu klein und wurde durch Umbauten erweitert; 1904/05 folgte ein großzügiger Erweiterungsbau. 1922 wird die Bettenzahl mit 330 angegeben. Mit dem Ausbau der Junkerswerke und weiterer Industriebetriebe wuchs in den 20er Jahren die Einwohnerzahl Dessaus erheblich. Deshalb sah ein Projekt die Erweiterung des Kreiskrankenhauses auf 710 Betten vor. Doch der Vorschlag der Staatsregierung über die Auskreisung der Stadt Dessau sprengte den Zweckverband zwischen Kreis und Stadt zur Schaffung eines neuen Krankenhauses.

Am 1.4.1935 ging das Krankenhaus aus dem Eigentum des Kreises Dessau-Köthen an die Stadt Dessau mit der neuen Bezeichnung "Städtische Krankenanstalten Dessau" über. Da das Krankenhaus keine Zuschüsse erhalten hatte und durch die Kreisregierung ein Raubbau auf Kosten der Substanz betrieben worden war, stand es in einem denkbar schlechten Ruf und wurde nach Möglichkeit gemieden. Nach Übernahme durch die Stadt trat anstelle der unrentablen Unterbelegung eine Überfüllung. Auch unter Ausnutzung aller Räumlichkeiten und trotz Erweiterungen und Modernisierung reichten die Betten nicht aus und die Zustände in der Krankenfürsorge wurden als katastrophal bezeichnet. Der Druck auf die Stadtverwaltung, den seit 1930 geplanten Krankenhausneubau in Angriff zu nehmen, wurde verstärkt. Vorgesehen war der Standort Bocksbrändchen in Dessau-Haideburg.

Mit Beginn des 2. Weltkrieges kam das Aus für das geplante neue Krankenhaus. Auf dem Gelände Kühnauer Straße wurden zusätzliche Baracken aufgestellt und in der Gropiusallee 1943 ein bombensicherer Großbunker mit einer Station für Schwerkranke errichtet. Mit den zunehmenden Bombenangriffen im letzten Kriegsjahr wurde das Krankenhaus dezentralisiert. Bei dem Bombenangriff am 7.3.1945 wurden außer den Betten im Bunker und im heutigen Entbindungshaus alle Patientenunterkünfte zerstört. Nach dem Angriff standen für Dessau und Umgebung 60 Betten im Bunker, 53 im Behelfskrankenhaus Kornhaus, 120 im Junkerskrankenhaus, 85 im "Eichenkranz" und in der "Goldenen Weintraube" in Wörlitz und ca. 200 im Josephs- und Diakonissenkrankenhaus zur Verfügung.

Gelände des Klinikums um die Wendezeit

Mit dem Einzug der sowjetischen Streitkräfte musste das Junkerskrankenhaus geräumt werden. Man entschied sich für die Errichtung eines Behelfskrankenhauses in der Fliegertechnischen Vorschule in Alten. Ein OP-Trakt und ein Verbindungsgang zum chirurgischen Bettenhaus wurden angebaut. Im Winter 1945/46 wurde die ehemalige Berufsschule der Junkerswerke in der Köthener Straße zum Infektionskrankenhaus umgebaut. Anfang 1947 umfasst das Krankenhaus 862 Betten. 1950 werden seitens der Stadt die Planungen für einen Krankenhausneubau in Haideburg wieder aufgenommen. 1954 zog die Augenabteilung in eine Villa in der Puschkinallee, die Hautklinik in ein neues Gebäude in der Kühnauer Straße und es kam das Aus für den Krankenhausneubau. 1958 zog die Orthopädie in die ehemalige Privatklinik von Herrn Dr. Waltershöfer; 1957/58 wurde ein Beatmungszentrum gebaut; 1958/60 entstand die neue Kinderklinik. 1959 wurden die Städtischen Krankenanstalten, die über 1.013 Betten verfügten, zum Bezirkskrankenhaus. 1963 und 1969 wurden HNO-Klinik und Dialyse in Baracken untergebracht, 1971 die Chirurgische Ambulanz und eine Intensivstation angebaut, 1977-81 das ursprünglich als Pflegeheim geplante Mittelganghaus, in dem bis vor Kurzem u. a. die Neurologie und Internistische Stationen untergebracht waren.

Der Ersatzneubau

Baustelle Neubau 2004

Mit der deutschen Einheit erfolgte die Übernahme des Krankenhauses in kommunale Trägerschaft der Stadt Dessau und die Umbenennung in "Städtisches Klinikum Dessau". Die Planungen für einen Krankenhausneubau wurden unmittelbar nach der Wende aufgenommen und der durch das Land Sachsen-Anhalt geförderte Ersatzneubau wurde schrittweise realisiert. Im März 1994 erfolgte die Grundsteinlegung. Der 1. Bauabschnitt - ein Bettenhaus mit 160 Betten und einem Augen-OP - wurde am 1.8.1996 übergeben. Der 2. Bauabschnitt - ein Funktionstrakt mit Labor, Abteilung für Nukleartherapie, Hautklinik - wurde ab 2.3.1998 schrittweise bezogen. Ende 2001 wurde der 3. Bauabschnitt - ein Funktionstrakt mit Strahlentherapie, Notaufnahme, Radiologie und 9 Operationssälen sowie ein Bettenhaus mit 160 Normalpflege- und 16 Intensivpflegebetten - in Betrieb genommen.

Blick über den Patientenpark zum Neubau

Der 4. Bauabschnitt - ein weiteres Bettenhaus mit 192 Betten sowie ein Haupteingangsgebäude mit Patientenaufnahme, konservativer Intensivtherapiestation mit 14 Betten, Entbindungsabteilung, Wöchnerinnen- und Neugeborenenstation, klinischer Dialyse, Küche und Cafeteria - ist seit dem Jahr 2005 in Betrieb.

Am 16. September 2011 wurde der 5. Bauabschnitt des Städtischen Klinikums Dessau offiziell eingeweiht. Eingezogen sind in das neue Gebäude im oberen Geschoss die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin mit 31 Betten sowie die Kinderambulanz, in der ersten Etage eine Hotelstation mit 17 Betten und im Erdgeschoss ein „Zentrum für interdisziplinäre Onkologie“.

Mit der Einweihung des 5. Bauabschnittes ist zugleich der Neubau des Städtischen Klinikums abgeschlossen.

Blick auf den 5. Bauabschnitt kurz vor der Einweihung