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Herr  Priv.-Doz. Dr. med. Lothar Krause
Facharzt für Augenheilkunde   Weiterbildungsermächtigung 5 Jahre


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Hier finden Sie den Link  zu unserer Fortbildung vom 08.06.-09.06.2018  im Bauhaus Dessau.
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Behandlung von Augenfehlstellungen (Schielen)

Sehen muss nach der Geburt erlernt werden
Ein Mensch kommt faktisch blind auf die Welt. Das "Sehsystem", dass aus Auge und den zugehörigen Zentren im Gehirn besteht, erlernt das Sehen erst anhand visueller Reize. Fehlentwicklungen der Sehfunktion eines oder beider Augen bei Säuglingen und Kleinkindern müssen so früh wie möglich erkannt und behandelt werden.
Ansonsten besteht die Gefahr der raschen Entwicklung einer einseitigen oder auch beidäugigen Sehschwäche mit oder auch ohne äusserlich erkennbarer Schielstellung beider Augen des Kindes.
Nach Abschluss der Ausreifung des Sehsystems -spätestens ab dem 10. Lebensjahr- sind die Chancen einer visusverbessernden Amblyopiebehandlung sehr gering.

Ursachen für kindliches Schielen
Die Gründe für kindliches Schielen oder die Entwicklung einer Sehschwäche sind vielfältig: Vererbung, angeborene Trübungen z.B. der Hornhaut oder der Augenlinse, Netzhauterkrankungen, z.B. Toxoplasmose, angeborene Stoffwechselerkrankungen, z.B. Galaktosämie, intrauterine Infektionen, z.B. Rötelninfektionen, Geburtstraumen, angeborene Fehlsichtigkeiten, und vor allem die ungleiche Brechkraft beider Augen (=Anisometropie) können die Entwicklung einer angeborenen oder frühkindlich erworbenen Sehschwäche mit oder ohne gleichzeitigem Auftreten einer Schielstellung der Augen begünstigen. Auch das alleinige Auftreten eines typischen kindlichen "Begleitschielens" mit konstantem Schielwinkel ohne Entwicklung einer Sehschwäche ist möglich. Deshalb ist die schieldiagnostische Kontrolle der Augen Ihres Säuglings oder Kleinkindes durch Ihren betreuenden Augenarzt und -auf dessen Veranlassung hin- die Mitbehandlung Ihres Kindes durch unsere Schielambulanz beim geringsten Verdacht auf ein Schielen oder eine Sehschwäche dringend anzuraten. Säuglinge und Kleinkinder bemerken ihre Sehschwäche nicht, oder -wenn überhaupt- meist erst beim Schuleintritt.

Therapie von Sehschwäche und Augenfehlstellungen im Kindesalter

Kleinkinder bis zum 3. Lebensjahr klagen typischerweise nicht über Doppelbilder trotz Schielens, da ihr beidäugiges Sehen in diesem Alter noch nicht ausreichend entwickelt und stabilisiert ist. Bis zum ca. 6. Lebensjahr kann beim sog. "frühkindlichen Spätschielen", das üblicherweise im Alter von 3 bis 4 Jahren erstmals auftritt, vormals normal entwickeltes räumliches Sehen beider Augen auch wieder unwiederbringlich verloren gehen, wenn diese Schielform nicht sofort von den Eltern oder dem Augenarzt erkannt und konsequent behandelt wird. Bei einer vom Augenarzt festgestellten Sehschwäche eines Auges muss nach Ausschluss bzw. Korrektur einer Fehlsichtigkeit (Link auf Optik des Auges, refrakt. Zentrum) das sehschwache Auge trainiert und geschult werden. Dies erfolgt heute meist durch vorübergehendes Abkleben (=Okklusion) des besseren Auges. Je älter Ihr Kind beim Termin der Erstdiagnose einer Sehschwäche (=Amblyopie) ist, desto geringer sind die Erfolgsaussichten einer entsprechenden pleoptischen / orthoptischen Therapie, um diese Sehschwäche zu mindern oder im besten Falle zu beseitigen. Eine Schielstellung kann hingegen in jedem Lebensalter -meist durch eine Schieloperation- verringert bis aufgehoben werden. Bei Kindern führen wir diese Operation vorzugsweise im 5. bis 6. Lebensjahr vor der Einschulung nach Abschluss der Behandlung einer etwaigen Amblyopie durch. Seit dem Ende der systematischen Screening-Untersuchung der Säuglinge und Kleinkinder durch Augenärzte / Amtsärzte auf Schielen und Amblyopie mit der Wiedervereinigung 1990 kommt den Eltern eine gesteigerte Eigenverantwortung zur Veranlassung einer ausreichenden Betreuung ihrer Kinder durch den Augenarzt zu. Das Schielen des Erwachsenen Das typische "Lähmungsschielen" des Erwachsenen mit je nach Blickrichtung schwankendem Schielwinkel und akutem Auftreten von Doppelbildern (= Diplopie) ist meist Folge einer Lähmung einzelner Augenmuskeln bzw. deren Nerven und Nervenkerne im Gehirn auf der Seite eines Auges. Die Ursachen des Lähmungschielens des Erwachsenen sind meist Durch-blutungsstörungen bei Hypertonus und Arteriosklerose, seltener Traumata, Tumoren, Entzündungen und weitere seltene Ursachen, z.B. neurodegenerative Erkrankungen des Gehirns. In den meisten Fällen kommt es beim Erwachsenen zu einer spontanen Besserung der Schielstellung mit Verschwinden der Doppelbildwahrnehmung innerhalb von 3 - 6 Monaten nach Beginn des Schielens. Deshalb steht in den ersten ca. 4 -6 Monaten nach Beginn des Schielens eines Erwachsenen die gründliche Abklärung der Ursache und die konservative Behandlung der Doppelbilder z.B. mit Okklusionsfolien oder Prismenfolien im Vordergrund. Sollten nach Ablauf von 9 Monaten nach Schielbeginn immer noch Doppelbilder bestehen, so ist in der Regel nicht mehr mit einer weiteren spontanen Besserung des Schielens zu rechnen. Deshalb führen wir in diesen Fällen nach Ablauf dieser Frist, frühestens jedoch ab 6 Monaten nach Schielbeginn, bei kleinem Schielwinkel eine entgültige Versorgung des Patienten mit Prismengläsern oder bei grossem Schielwinkel eine Schieloperation zur Verkleinerung des Schielwinkels und Besserung der Doppelbildwahrnehmung durch. Desweiteren betreuen wir in unserer Klinik auch Säuglinge und Kleinkinder mit Frühgeborenenretinopathie und angeborenen Lidfehlstellungen (z. B. hängendes Oberlid).