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Mittwoch, 01. Oktober 2008 02:11 Alter: 4 Monat(e)

2. Pflegetag


Mehrere Monate bereiteten Pflegedienstleiter Daniel Behrendt und seine Mitarbeiter den 2. Pflegetag des Städtischen Klinikums vor. Die Mühen haben sich gelohnt. Überaus gut besucht von Mitarbeitern des pflegenden Personals aus der Region rund um Dessau war die Veranstaltung, zu der am 25. September in das Dessauer Steigenberger-Hotel eingeladen wurde.

Weit über 200 Teilnehmer hatten sich im Veranstaltungssaal versammelt, wo der Vormittag des Pflegetages ganz im Zeichen von Referaten stand. Nach der Begrüssung durch Daniel Behrendt, der das Treffen als einen Impulsgeber bezeichnete und die Lösung von Problemen im Bereich der Pflege nur im gemeinsamen Dialog mit allen Bereichen der Medizin sieht, richtete Dr. Joachim Zagrodnick, Ärztlicher Direktor des Klinikums, sein Grusswort an die Teilnehmer.

Angesichts von derzeit rund zwei Millionen Menschen in Deutschland, die auf stationäre oder ambulante Hilfe angewiesen sind, und Prognosen, die in den kommenden Jahren weiter nach oben gehen, machte Zagrodnick deutlich, dass der Umgang mit Kranken und Alten viele Herausforderungen bringen werde, denen "unsere Singlegesellschaft noch nicht gewachsen ist". Der Pflegetag helfe, über Probleme nachzudenken und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Mit Blick auf die hochkarätig besetzte Liste der Referenten zeigte sich Joachim Zagrodnick beeindruckt von der Professionalität, mit der der Austausch gepflegt werde. "Das Hinausschauen über den eigenen Tellerrand ist wichtig, und damit meine ich auch uns Arzte", sagte er. Zagrodnick hob die Pflege als eine der tragenden Säulen der Medizin hervor und mahnte, dass bei aller Überlastung die Menschlichkeit bei der gemeinsamen Arbeit niemals auf der Strecke bleiben dürfe.

Aktuelle Aspekte der Gesundheitspolitik im Bereich der Pflege sprach im ersten Vortrag des Pflegetages Brigitte Rost an. Während parallel zu der Veranstaltung in Dessau in Berlin die grösste Demonstration des Gesundheitswesens in Deutschland stattfand, sprach die Leiterin der Christlichen Akademie für Gesundheits- und Pflegeberufe Halle/Dölau von den aktuellen Rahmenbedingungen unter, denen Krankenhäuser arbeiten. "Die Krankenhäuser sind am Ende der Fahnenstange angekommen", machte Rost deutlich. In dieser Situation würde der oftmals vorhandene Kampf zwischen Pflegepersonal und Ärzteschaft niemanden weiter bringen. "Ich wünsche mir, dass man mitwirkt, wenn man glaubt, dass man sich einbringen kann", so die Rednerin, die auch im eigenen Fachbereich Defizite ausmachte. "Die Pflege hat nicht gelernt, zu delegieren", sagte Brigitte Rost.

Solche offensichtlichen Kommunikationsprobleme zwischen den Berufsgruppen machte auch Joachim Zagrodnick aus. "Wir haben immer noch nicht gelernt, mit einer Stimme zu sprechen", meinte er, dabei liesse sich bei einer gemeinsamen Sprache von Ärzten und Pflegepersonal seitens der Politik kein Keil zwischen beide treiben. "Wir müssen uns immer wieder versichern, dass wir auf der gleichen Seite stehen. Wir wollen alle, dass die Patienten optimal behandelt werden", so der Ärztliche Direktor des Klinikums.

Wie optimale Behandlung aussieht, das schilderten die nachfolgenden Referenten beim 2. Pflegetag, der mit Workshops zu drei verschiedenen Themen am Nachmittag endete. In zwei Jahren wird der Pflegetag - sicher mit ähnlich vielen, wenn nicht noch mehr Teilnehmern - seine dritte Auflage finden.