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Dienstag, 01. Juli 2008 15:27 Alter: 4 Monat(e)

Klinikum nimmt zum zweiten Mal Zertifikat im audit berufundfamilie entgegen


Zum zweiten Mal wurde dem Städtischen Klinikum Dessau das Zertifikat des audit berufundfamilie der gemeinnützigen Hertie-Stiftung verliehen. Klinikum-Verwaltungsdirektorin Gabriele Süssmilch konnte die Urkunde am 30. Juni in Berlin aus den Händen von Jochen Homann, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, entgegen nehmen. Im Rahmen einer ganztägigen Veranstaltung mit Workshops, Vorträgen und Seminaren erhielten insgesamt 231 Unternehmen, Einrichtungen und Institutionen das Qualitätssiegel für Familienbewusstsein.  

Während die Mehrheit der derart Ausgezeichneten sich erstmals den strengen Kriterien für das Zertifikat stellte, gehörte das Dessauer Klinikum zu 63 Firmen und Einrichtungen, die das Prädikat, welches drei Jahre gültig ist, nun bereits zum wiederholten Mal vorweisen können. Der jährliche Bericht, den das Klinikum ablieferte, bestand erneut die Prüfung und erfüllte alle selbst gesetzten Ziele.

„Die zertifizierten Unternehmen und Institutionen zeigen jeden Tag aufs Neue, wie einBetrieb familienbewusst und zugleich erfolgreich geführt werden kann", sagte Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen anlässlich der Verleihung. „Damit sind sie Trendsetter in einer innovativen Wirtschaft. Ich bin überzeugt, dass viele weitere Unternehmen diesem Vorbild folgen werden. Familienfreundlichkeit ist zu einem Markenzeichen der deutschen Wirtschaft geworden, weil immer mehr Personalchefs erkennen: Wer die Bedürfnisse von Eltern berücksichtigt, hat schon heute die Nase vorn und wird die Konkurrenz abhängen", so die Ministerin weiter. 

Dass dieses Familienbewusstsein auch dem Städtischen Klinikum Dessau wichtig ist und mit dem Zertifikat entsprechend gewürdigt wird, freute vor allem Verwaltungsdirektorin Gabriele Süssmilch. „Ich bin stolz darauf und hoffe, dass das Zertifikat dazu beträgt, das Betriebsklima zu verbessern", sagte sie. Die erneute Auditierung sei für eine Einrichtung wie ein Krankenhaus nicht einfach. „Hier wird an sieben Tagen in drei Schichten gearbeitet. Über 80 Prozent unserer Mitarbeiter sind weiblich. Da braucht man ganz andere Strukturen als in einer Verwaltung", ist sich Süssmilch sicher. Sie hebt als wesentliches Kriterium für das Zertifikat vor allem den hauseigenen Kindergarten hervor. „Da kann man sein Kind früh um Sechs hinbringen und auch mal erst um Mitternacht abholen. Das hätte ich mir als junge Mutter auch gewünscht." Als der Kindergarten eröffnet wurde habe man jene Erzieherinnen mit dem grössten Visionen ausgewählt. „Die sind heute noch mit soviel Enthusiasmus bei der Arbeit wie damals." 

Dass solches Engagement für die Familien der Mitarbeiter Früchte trägt, bemerkt man auch am Klinikum. „Gerade junge Ärzte wollen wissen, was wir in diesen Dingen zu bieten haben", so Süssmilch. Das Dessauer Krankenhaus befindet sich damit mitten in einem bundesweiten Trend, wo derartige Faktoren zunehmend wichtiger werden, wenn man qualifizierte Fachkräfte gewinnen möchte. 

Immer mehr Arbeitgeber in Deutschland setzen deshalb auf eine familienbewusstePersonalpolitik. So nutzen bereits mehr als 600 Unternehmen, Institutionenund Hochschulen das audit berufundfamilie der berufundfamilie gGmbH als strategisches Managementinstrument zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Allein in den vergangenen zwölf Monaten haben sich bereits erwähnte 231 Unternehmen, Institutionen und Hochschulen auditieren lassen. Die mit 63 bislang höchste Zahl an Re-Auditierungen in einem Jahr ist für die Initiative berufundfamilie ein deutliches Signal für das langfristige Interesse der Arbeitgeber an der Weiter- und Neuentwicklung familienfreundlicher Massnahmen. Sie nutzen die Erkenntnis aus der wissenschaftlichen Begleitung des audits, wonach die betriebswirtschaftlichen Effekte umso grösser sind, je länger die Unternehmen eine familiengerechte Personalpolitik umsetzen.  

„Im zehnten Jahr unseres Engagements für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familiekönnen wir sagen, dass wir mit dem audit heute alle Branchen und Betriebsgrössenerreichen. Auch für spezielle Aspekte wie zum Beispiel die Rolle der Väter und die Bedeutungder Pflege, die erst in jüngster Zeit an Gewicht gewinnen, haben wir frühzeitig Lösungenfür die betriebliche Praxis erarbeitet", betonte Michael Endres, Vorstandsvorsitzenderder gemeinnützigen Hertie-Stiftung.  

Vor Beginn der Zertifikatsverleihung stellte Bundesfamilienministerin von der Leyen gemeinsam mit Michael Endres den neuen berufundfamilie-Index der Hertie-Stiftung vor: Seit Dienstag können Unternehmen unter www.berufundfamilie-index.de ihr Familienbewusstseinselbst einschätzen. 21 Fragen erfassen die Faktoren, die für die verschiedenen Dimensionendes betrieblichen Familienbewusstseins massgeblich sind. Bei der Auswertung  wird der eigene Indexwert - differenziert nach Dialog, Leistung und Kultur - in Relation zu anderen Arbeitgebern der eigenen Branche oder Grösse gesetzt, sodass eigene Stärken und Schwächen gezielt verglichen werden.