Patientensicherheit
Unser Ziel ist es, die perioperative Phase für den Patienten so sicher und angenehm wie möglich zu gestalten.
Dazu gehört nicht nur die Auswahl des geeigneten Narkoseverfahrens, sondern auch der Einsatz einer adäquaten Kreislaufüberwachung.
- erweitertes kardiopulmonales Monitoring
Unser Patientengut weist einen stetig zunehmenden Anteil älterer und schwer erkrankter Menschen auf. Der Operationsverlauf sowie die postoperative Phase kann bei diesen Patienten nur durch engmaschige Kontrolle der kardiopulmonalen Werte abgesichert werden, da nur in diesem Fall eine zügige Therapie evtl. auftretender Störungen erfolgen kann. Uns stehen dabei neben der invasiven arteriellen und zentralvenösen Druckmessung auch die Möglichkeit der Messung des Herzzeitvolumens, intrathorakalem Blutvolumens sowie extravaskulärem Lungenwassers mittels Thermodilution, aber auch der Einsatz des Pulmonalarterienkatheters zur Verfügung. Auf der Intensivstation kommt zusätzlich die Echokardiographie, transkranielle Dopplersonographie sowie die kontinuierliche Hirndruckmessung zum Einsatz.
- Prophylaxe von Übelkeit und Erbrechen
Die Auswahl der Narkosemittel kann entscheidend für das Auftreten dieses Problems sein, jedoch ist die Genese des PONV (postoperative- nausea-and-vomiting) multifaktoriell. So kann eine sog. Reisekrankheit (Kinetose) hinweisend auf ein mögliches Auftreten von PONV sein, aber auch weibliches Geschlecht, Nichtraucherstatus kann dies unterstützen. Die Risikoeinschätzung erfolgt in der Prämedikationssprechstunde. Eine antiemetische Prophylaxe wird dann ggf. standardmässig mit der Prämedikation begonnen, die Narkose wird als totale intravenöse Anaesthesie geführt und u.U. weiterführende Medikation im Aufwachraum gegeben. Eine 100% sichere Therapie lässt sich jedoch nicht erreichen, die Inzidenz für PONV ist unter diesem Regime sehr gering.
- Auskühlung unter Narkose
Der Operationsbereich wird von vielen Patienten bei nur leichter Bekleidung als sehr kühl gefunden. Unter Narkosebedingungen kommt es ebenfalls durch eine begleitende ausgeprägte Erweiterung von Blutgefässen zu weiterem Abfall der Körpertemperatur. In der Aufwachphase können diese Temperaturverschiebungen nicht nur ein ausgeprägtes Unwohlsein des Patienten provozieren, das entstehende Kältezittern erhöht den Sauerstoffverbrauch des Körpers überproportional und kann bei kardiovaskulären Vorerkrankungen kardiale Ischämien auslösen. Ein Temperaturabfall wird ebenfalls durch grosse Blutverluste und lange OP-Zeiten beobachtet.
Wir wärmen aus diesem Grund unsere Patienten konsequent. Uns stehen Infusions- und Transfusionswärmer zur Verfügung. Gleichzeitig nutzen wir die Erwärmung mittels Warmluftgebläsen im unmittelbaren OP-Bereich. Sollte eine Normothermie zum OP-Ende nicht erreicht sein, führen wir die Narkose bis zum Erreichen derselben fort.


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