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Chefarzt
Herr  Priv.-Doz. Dr. med. Lothar Krause
Facharzt für Augenheilkunde   Weiterbildungsermächtigung 5 Jahre


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Frau
Kitty Thiemicke
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So fing es an...

Die Geschichte der Dessauer Augenheilkunde reicht im Anhaltischen bzw. Dessauer und Wörlitzer Kulturkreis - soweit bisher zu ermitteln war - bis ca. 1695 zurück. Damals, so ist alten Quellen zu entnehmen, ist in Dessau ein als Dr. med. Gotthard Tietz bezeichneter Okulist beheimatet gewesen, welcher angeblich 1708 in Dessau gestorben ist. Dieser Dr. Tietz wird in Aufzeichnungen als Augenarzt, aber auch als Quacksalber, Wunderdoktor sowie Okulist bezeichnet.

Dr. med. Friedrich Kretschmar, geboren 1771 in Wörlitz, wohnte 1815 in der Zerbster Straße und empfahl sich in diesem Jahr den Dessauern als Augenarzt. Er ging nach einem Jahr mit herzoglicher Genehmigung nach Aken und wurde abgelöst vom Oberchirurgen Gottfried Prietsch aus Wörlitz, welcher in Wien von Hofrat Baer ausgebildet worden war.

Von einem Dr. Schwabe wird berichtet, dass er die ersten erfolgreichen Staroperationen in diesem Bezirk durchführte.

1891 nennen Adressbücher erstmalig einen Herrn Karl Eichborn als Augenfacharzt. Ab 1900 ist dies ein Herr Richard Schubert. 1910 findet ein Herr Oskar Thiess Erwähnung. Nach 1918 wird Herr Karl Wittig als Augenarzt aufgeführt, ab 1930 Frau Hanna Sittenfeld später verheiratete Hirsch-Sittenfeld bzw. Frau Nussbaum-Friedrich, nach 1938 Heinrich Krumbach und Otto Schmehrer.

Die stationäre Betreuung der augenerkrankten Patienten erfolgte laut Quellennachweis vorwiegend im St.-Joseph-Krankenhaus: von 1916 bis 1924 Dr. Schubert, bis 1935 Dr. Nussbaum, ab 1952 Dr. Thiess, ab 1955 Dr. Kreuzburg und ab 1952 und ab 1957 Dr. Peschel. In diesem Haus standen sechs bis acht Erwachsenenbetten und zwei Kinderbetten zur Verfügung.

Wurzeln der Augenklinik (nach dem 2. Weltkrieg)
Nach dem zweiten Weltkrieg war das Gesundheitswesen uneinheitlich organisiert und die Augenpatienten wurden in verschiedenen Einrichtungen behandelt. In diesen Anfängen liegen auch die Wurzeln der Dessauer Augenklinik. Neben der Augenklinik war die ambulante Versorgung vorwiegend in zwei Polikliniken abgesichert.

Zunächst wurden die Patienten von Dr. Thiess im St.-Joseph-Krankenhaus operativ versorgt. Dr. Thiess war an der Universitäts-Augenklinik Halle mit der Monographie zur "Behandlung frischer Augenverätzungen durch Lippenschleimhautplastik" habilitiert. Er wurde abgelöst von Dr. Kreuzburg, welcher nach einiger Zeit Tätigkeit in diesem Hause Richtung Eisenach abwanderte. Dr. C. Peschel, vormals Oberarzt in Halle, hauptamtlich an der Poliklinik Süd tätig, hatte nebenamtlich eine Kassenpraxis neben dem Kristallpalast in der Zerbster Straße, Dessau, und versorgte ebenfalls stationäre Patienten im St.-Joseph-Krankenhaus.
Dr. Peschel ist wahrscheinlich 1961 nach Berlin-Adlershof verzogen. Er war besonders an Optik und vergrößernden Sehhilfen interessiert.

Im Einzugsbereich der Poliklinik 1 war hauptamtlich der Augenarzt Dr. Lappe tätig. Nach Einrichtung eines Krankenhauses in Dessau-Alten versorgte er zehn Belegbetten auf der Station CII. Dr. Lappe war drei Jahre in Halle zur Hospitation gewesen. Gleichzeitig führte Dr. Lappe noch eine Kassenpraxis.
Der Augenabteilung wurde am 31.07.1954 eine Villa in der Puschkinallee 21 zur Nutzung übergeben. Es wurde dort eine Augenabteilung für stationäre Patienten gegründet. Dr. Lappe war hauptamtlich in der Poliklinik I angestellt und leitete zusätzlich die Augenabteilung in der Puschkinallee. Aus seiner Zeit stammen die ältesten Krankenblätter der Klinik. 1956 verliess Dr. Lappe Dessau und ging in die Bundesrepublik Deutschland. Die Abteilung wurde kurzzeitig von Dr. Wittig übernommen, der eine Praxis in der ehemaligen Antoinettenstrasse besaß und bis ins hohe Alter praktizierte.
Am 1. Oktober 1956 übernahm die Leitung der Augenabteilung in der Puschkinallee 21 erstmalig ein hauptamtlicher Augenarzt, Herr Dr. med. K. Wege (bis dahin Oberarzt in Magdeburg). Nebenamtlich versorgte Dr. Wege die Poliklinik in der Parkstrasse.

Am 1. September 1959 erhob der stellvertretende Bezirksarzt die Städtischen Krankenanstalten Dessau in den Rang eines Bezirkskrankenhauses als Versorgungseinrichtung für den Nordbereich des Bezirkes Halle. Dadurch wurden die Abteilungen zu Kliniken und die leitenden Ärzte zu Chefärzten. 1961 erweiterte sich die Augenklinik des Bezirkskrankenhauses durch die Hinzufügung der Nachbarvilla. Ursprünglich war dieses Haus II zur Einrichtung einer Schielabteilung gedacht bzw. zur Einrichtung einer konservativen Frauenstation. 1960 folgte ein OP-Anbau, 1966 ein Verbindungsgang zwischen beiden Häusern. Der Anbau der Untersuchungszimmer in Haus II geschah gleich zur Übernahme des Hauses. Haus II war vorher eine Dienststelle des Ministeriums des Innern und dann Internat der Pädagogischen Fachschule.

Mit Beginn der ophthalmologischen, klinischen Tätigkeit in Dessau war bereits 1956 die Durchführung größerer Operationen möglich. Neben den auch schon früher vorgenommenen Staroperationen wurden Netzhautoperationen mit Diathermie, ELLIOTsche Trepanationen, Iridektomien, VOIGTsche Stichelungen, Schieloperationen nach neuen Gesichtspunkten sowie plastische Gesichts- und Lidchirurgie betrieben. Ebenfalls wurden größere, perforierende Augenverletzungen versorgt. Die Ablatio-Chirurgie wurde nach einiger Zeit wieder verlassen, da Material für die Plombenaufnähung fehlte und kein Lichtkoagulator vorhanden war. In den späteren Jahren wurden Augenhöhlenplastiken und Cyclodialyse in das Operationsprogramm mit aufgenommen. Der konservative Anteil an Behandlungen überwog jedoch. Hierbei handelte es sich vor allem um endogene Augenerkrankungen, zum Beispiel posttuberkulöse und tuberkulöse, Augenerkrankungen, welche zum großen Teil mit Diät und Liegekuren im Garten behandelt wurden. (Tuberkulostatika waren zu dieser Zeit noch nicht vorhanden.) Die Einführung von Kortisonpräparaten und die Anwendung von Gammaglobulinen erbrachte eine Besserung der Behandlungsmöglichkeiten.
In den Jahren 1962 bis 1963 nahm die Schielabteilung ihre Tätigkeit auf; sie wurde bis 1976 durch die Ehefrau des Chefarztes, Frau Oberärztin Dr. med. Wege, geleitet.

Nachdem 1960 Chefarzt Dr. Wege die Genehmigung erhielt, Fachärzte für Augenheilkunde auszubilden, wurde als erste Assistentin Frau K. Moltrecht in der Klinik tätig. Sie erhielt nach drei Jahren die Anerkennung als Fachärztin für Augenheilkunde und wurde kurz danach als Oberärztin der Klinik eingesetzt. Frau Dr. Moltrecht ging dann nach Berlin-Buch und arbeitete später als Leiterin der Augenambulanz in Köthen.

Weitere Fachärzte aus der Augenklinik in Dessau:

  • Dr. med. G. Rosahl (1963 bis 1966), später Leiterin der Augenabteilung/Poliklinik Nord in Dessau
  • M. Kühlwetter
  • Dr. med. A. Dittrich (1964 bis 1970)
  • Dr.med. Schittkowski (1966 bis 1970)
  • Dr. med. Schweda, verheiratete Deubrecht (1966-70)
  • Dr. med. Schneider
  • Dr. med. Hoffmann
  • R. Wege (nach Facharztausbildung ambulanter Augenarzt in der Poliklinik Süd, von 1980 bis 1983 in Wismar, ab 1983 Leiter der Augenabt. Poliklinik Nord, heute niedergelassener Augenarzt in Dessau
  • Frau Dr. med. A. Irmer sen. (1974 bis 1978 FA-Ausbildung), Leiterin der Schielabteilung der Augenklinik, ab 1980 Poliklinik Rosslau, Augenabteilung, heute niedergelassene Augenärztin in Roßlau.
  • Dr. med. H.-J. Kuhn (1974 bis 1979 FA-Ausbildung), heute Oberarzt der Augenklinik
  • Dr. med. K. Reich (1974 bis 1979 FA-Ausbildung)

Im September 1978 legte Herr Obermedizinalrat Dr. med. K. Wege sein Amt nieder. In der Zeit bis Januar 1979 hatte die Klinik keinen Chefarzt. Die angestellten Fachärzte versorgen die stationären und ambulanten Patienten.

Von Januar 1979 bis August 1979 leitete die Klinik Herr Chefarzt Dr. Hummel, der vorher in Magdeburg als Oberarzt tätig gewesen war. Er führte die Mikrochirurgie ein und brachte zahlreiche Neuerungen in den Klinikablauf. Kataraktoperationen, ein wesentlicher Anteil der Glaukomoperationen und die Traumatologie wurden jetzt mikrochirurgisch durchgeführt. Im Sept.1979 ging Herr Chefarzt Dr. Hummel nach Halberstadt, später nach Suhl.

Nach dem Weggang von Herrn Chefarzt Dr. Hummel übertrug die Direktion des Bezirkskrankenhauses Dessau die Leitung der Augenklinik am 1. November 1979 kommissarisch Frau Dr. med. I. Porrmann. Sie war bis dahin langjährig ambulant tätig und davor Oberärztin an der Augenklinik der Medizinischen Akademie Magdeburg. Von November 1979 bis Mai 1980 hospitierte sie parallel zu ihrer Tätigkeit in der Augenklinik Dessau an der Augenklinik der Medizinischen Akademie in Magdeburg zur Erlernung bzw. Festigung mikrochirurgischer Operationsmethoden.

Ab Mai 1980 setzte Frau Chefärztin Porrmann die operative Tätigkeit mit Betonung der Mikrochirurgie in Dessau fort und forcierte gleichzeitig die Verbesserung der technischen Voraussetzungen mit dem Ausbau des OP-Trakts und einer Schleuse, ferner der Anschaffung eines Operationsmikroskops mit Mitbeobachtereinrichtung für den Assistenten sowie eines neuen Operationstisches.
Von 1981 bis 1983 entstand die Funktionsabteilung der Augenklinik mit einer Lichtkoagulationsanlage.

Im Januar 1982 wechselte Herr Dr. med. H. Frohnsdorf von Görlitz nach Dessau und war bis zum Ruhestand im Jahr 2006 24 Jahre als Oberarzt in der Augenklinik Dessau tätig.

Weiterbildungsassistenten für Augenheilkunde während der Dienstzeit von Chefärztin Porrmann:

  • Frau Dipl. Med. H. Gebhardt
  • Frau Dipl. Med. H. Leske
  • Herr Dipl. Med. M. Franke
  • Frau Dipl. Med. I. Engelskircher
  • Frau Dipl. Med. G. Benecke
  • Dr. med. I. Gallwas
  • Dr. med. G. Woitke
  • Frau Dipl. Med. B. Fritz, verh. Wittkowski
  • Frau Dr. med. C. Schulz
  • Frau Dr. med. C. Schumann
  • Herrn Dr. med. O. Noack
  • Frau Dipl. Med. I. Wolff
  • Frau Dipl. Med. K. Kelle
  • Frau Dr. med. I. Beyer
  • Frau S. Irmer
  • Herr Dr. med. J. Gros
  • Frau A. Nette
  • Frau I. Franz
  • Frau H. Kopf
  • Herr Dr. med. T. Brosius

Umzug der Augenklinik in das heutige Städtische Klinikum
1995 zog die Augenklinik des Städtischen Klinikums Dessau in den Ersatzneubau im Auenweg 38 in Dessau-Alten um.

Frau Chefärztin Obermedizinalrätin Dr. med. Porrmann ging im Dezember 1998 in den Ruhestand. Als Nachfolger kam Herr Chefarzt Dr. med. Spindler aus der Partnerstadt Ludwigshafen und war von Januar 1999 bis Juli 2002 Leiter der Dessauer Augenklinik.  Heute ist er in Idar-Oberstein in der Niederlassung tätig.

Herr Privatdozent Dr. med. F. Fankhauser war im Zeitraum Juli 2002 bis Mai 2008 Chefarzt der Augenklinik. Herr Chefarzt Fankhauser hat als gebürtiger Schweizer seine Ausbildung in Zürich begonnen. Unter Herrn Prof. T. Seiler habilitierte er in der Universitäts-Augenklinik Dresden zum Thema "Dynamische Lichtstreuung" und wechselte 2001 als Oberarzt an die Universitäts-Augenklinik nach Hamburg.

Zeitgleich mit Arbeitsbeginn von Herrn Chefarzt Privatdozent Dr. med. Fankhauser wurde 2002 das ambulante OP-Zentrum mit dem refraktiven Zentrum in der ehemaligen Notaufnahme eröffnet. 

Im Rahmen der Erweiterung des Ersatzneubaus des Städtischen Klinikums und der damit verbundenen Integration und Zentralisierung noch ausgelagerter Kliniken zog die Funktionsambulanz der Augenklinik am 01.04.2006 in das refraktive Zentrum (alte Notaufnahme, jetzt Haus 6) umgezogen.

Im Haus 6 befinden sich seitdem die gesamte Funktionsambulanz mit dem Augendiagnostikcentrum (ADC) Dessau und das refraktive Zentrum mit dem Excimer-Laser. Im hinteren Teil befinden sich zwei moderne Operationssäle.

Die Station der Augenklinik befindet sich seit dem Umzug in dem der neuen Funktionsambulanz gegenüberliegenden Gebäude (Haus 6) im 2. Stock, siehe Lageplan des Klinikums.

Im Jahr 2008 wechselte Herr PD Dr. med. F. Fankhauser zurück in die Schweiz und ist heute in der Niederlassung in Bern tätig.

Absolventen der Facharztprüfung für Augenheilkunde unter Herrn Chefarzt PD Dr. med. Fankhauser 

  • Frau Sybille Gießner
  • Frau Sybille Irmer
  • Frau Hendrikje Kopf
  • Frau Magdalena Pasak

 

Seit 2009 ist Herr Priv.-Doz.  Dr. med. L. Krause Chefarzt der Augenklinik. Herr Chefarzt Krause hat seine fachärztliche und wissenschaftliche Ausbildung seit 1993 an der Universitäts-Augenklink der Charité- Campus Benjamin Franklin- in Berlin unter Prof. Dr. M. H. Foerster durchlaufen und wurde  2001 zunächst Oberarzt und 2008 leitender Oberarzt und stellvertretender Klinikleiter.

Absolventen der Facharztprüfung für Augenheilkunde unter Herrn Chefarzt Priv.-Doz. Dr. med. Krause

  • Frau Marilena Eleftheriou
  • Frau Isabelle Wörner
  • Herr Dr. med. Sebastian Wansel
  • Frau Dr. med. Luise Grajewski
  • Frau Bianca Heide
  • Frau Maria Falke
  • Frau Anna-Kristin Panzert

 

 

 

 

Abb. 1 Augenklinik Dessau in der Puschkinallee 1954-1995
Abb. 2 Luftaufnahme der Augenklinik in der Puschkinallee
Abb. 3 Alte Augenklinik in der Puschkinallee, Rückansicht aus dem zugehörigen Garten
Abb. 4 Haupteingang Funktionsambulanz und Augendiagnostikzentrum