Druckversion:

News-Details

Donnerstag, 15. Oktober 2020 08:00 Alter: 47 Tag(e)

Welttag des Händewaschens am 15. Oktober: Zwischen Sars-CoV-2-Virus, Rota- & Noroviren und rohen Eiern


Für die Mitarbeiter des Städtischen Klinikums Dessau ist im klinischen Alltag das Desinfizieren der Hände entscheidend – nicht nur wegen der noch immer allgegenwärtigen Corona-Pandemie.

Doch auch vor Dienstbeginn und nach Dienstschluss sollte man genauso auf das richtige Händewaschen achten. A und O für eine optimale Händehygiene im normalen Alltag sind gewaschene, gut getrocknete und gepflegte Hände. Dann haben Krankheitserreger kaum eine Chance.

Zusätzlich zu dem grassierenden Sars-CoV-2-Virus, treten in den Wintermonaten besonders gern virale Erkältungs- und Durchfallinfektionen, wie etwa Rota- und Noroviren, auf. Diese sind hochansteckend. So reichen bereits zehn Noroviren aus, um eine Infektion auszulösen. Zum Vergleich: Im Stuhl eines Erkrankten befinden sich in einem Gramm ungefähr eine Millionen dieser Viren.

Vor diesem Hintergrund ist es besonders wichtig, die Toilettenhygiene einzuhalten. Untersuchungen zeigen, dass zahlreiche Türklinken verschmutzt werden können, wenn nach der Toilettenpapiernutzung, die Hände nicht gewaschen werden. Am Rande sei erwähnt, dass die Länge des genutzten Toilettenpapiers als möglicher Schutz dabei unerheblich ist.

Während der Grippezeit ist neben dem Vermeiden des Anniesens und Anhustens das Händewaschen, vor allem nach dem Naseputzen, wichtig. Hierdurch kann das Risiko einer ungewollten Ansteckung verringert werden. Zudem raten Hygieneexperten zum regelmäßigen Lüften von Raumen. Dadurch werden die Aerosole in der Luft minimiert und die mögliche Ansteckungsgefahr verringert.

Im Haushalt ist das Händewaschen unabdingbar

Auch in den eigenen vier Wänden sollte man unbedingt auf die Handhygiene achten. So birgt etwa in der Küche der Kontakt mit der Schale von rohen Eiern Gefahren. An den Schalen sitzen vor allem Bakterien, welche Durchfallerkrankungen und Lebensmittelvergiftungen auslösen können.  Deshalb sollte man unmittelbar nach dem Kontakt mit rohen Eiern oder Geflügel, nach Kontakt zu rohem Obst und Gemüse (etwa Kartoffeln und Möhren) die Hände gründlich waschen. Generell ist bei der Zubereitung von Speisen aus Produkten im rohen Zustand die Handreinigung angebracht.

Bitte arbeiten Sie in der Küche ohne Handschmuck. Unter Ringen oder Ketten können sich Erreger ansammeln, die beim Händewaschen nicht oder nur unzureichend entfernt werden.

Wichtig! Händewaschen, aber wann?

Händewaschen nach: der Toilettenbenutzung, dem Kontakt zu Tieren oder deren Exkrementen, dem Naseputzen, dem Nach-Hause-Kommen, nach der Abfallentsorgung jeder Art, nach dem Sortieren von Schmutzwäsche oder dem Beladen der Waschmaschine und dem Windeln wechseln.

Händewaschen vor: der Zubereitung von Lebensmitteln, der Einnahme von Medikamenten und dem Anstecken einer Zigarette.

Zwischendurch: Während der der Zubereitung von Lebensmitteln, bei Kontakt mit Wunden (evt. Durchführen von Verbandwechsel) und dem Kontakt zu Erkrankten.

Verhalten bei Besuchen im Krankenhaus

Bei Besuchen im Krankenhaus sind besondere Hygieneregeln zu beachten. So setzen schon die hygienischen Anstrengungen zur Eindämmung von Covid-19-Infektionen enge Grenzen (Mund-Nasenschutz, Einhaltung der Abstandregeln, Desinfektion der Hände bei Betreten und Verlassen des Klinikums, Befragungsbogen, ggf. negativer Covid-Test).

Hinzu kommen auch die schon fast „allgemeingültigen“ Hygieneanforderungen. Um diesen gerecht zu werden, sollten Besucher von Angehörigen in sauberer Kleidung und mit gewaschenen Händen erscheinen und sich den Hygieneregeln der Klinik unterordnen. So ist auf den Stationen unter anderem untersagt, Medizintechnik, Drainageschläuche und Urinbeutel zu berühren. Auch sollten sich die Besucher nicht auf das Bett der Patienten setzen.

„In unserem Klinikum und im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) finden sich überall HDM-Spender zur Handdesinfektion. Von den Besuchern sind diese unbedingt zu nutzen. Dadurch werden Krankheitserreger auf der Haut beseitigt. Alle Flächen der Hände, die Finger, die Kuppen und Nägel werden mit dem Händedesinfektionsmittel eingerieben und müssen 30 Sekunden lang mit dem Desinfektionsmittel benetzt sein. Erst so wird die Wirkung garantiert. Das Tragen von Mund-Nasen-Schutz, die unbedingte Einhaltung der Abstandregeln sowie die Desinfektion vor dem Betreten und nach dem  Verlassen des Zimmers oder der Station sind unbedingt zu beachten. Ziel ist der Schutz der Patienten, der Mitarbeiter und der Besucher vor Infektionen“, so Prof. Dr. med. Sabine Westphal.

Tipp fürs Händewaschen: Am besten machen Sie Ihre Hände nass, nehmen Seife dazu und kneten 20 Sekunden lang Ihre Finger durch. Um das tatsächlich 20 Sekunden durchzuhalten, hilft folgender Trick: Wenn Sie im Stillen zweimal „Happy birthday to you“ singen, haben Sie es geschafft.

Welche Seife Sie verwenden, ist übrigens egal. Hauptsache, Sie nehmen eine. (thn)