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Freitag, 10. Mai 2019 16:00 Alter: 16 Tag(e)

HÖRMobil kommt in die Bauhausstadt


So sieht es aus das HÖRMobil, das am 24. Mai in Dessau Station macht. Ihre Chance sich unentgeltlich Gewissheit darüber zu verschaffen, wie gut Ihr Hörvermögen ist.

„Wer nicht hören will, muss fühlen“, sagt ein deutsches Sprichwort. Wer nicht hören kann, dem droht gesellschaftliche Isolation und persönlicher Rückzug. Schon ein eingeschränktes Hörvermögen erschwert Telefonieren, Teambesprechungen im Job und die Teilnahme an geselligen Runden. Viele Betroffene wissen nicht, dass es Hilfe gibt. Genau hier setzt das HÖRMobil des Deutschen Schwerhörigenbundes e.V. an. Von 9 bis 13 Uhr steht der Transporter mit der schalldichten Hörkabine an der Askanischen Straße. Nach einem Hörtest stehen Experten des Städtischen Klinikums Dessau bereit, die Ergebnisse einzuordnen und Behandlungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

In Deutschland gibt es ca. 16 Millionen hörgeschädigte Menschen, gut die Hälfte ist auf ein Hörgerät angewiesen. „Rund 20 Prozent der Hörgeräteträger“, so Prof. Dr. med. Stephan Knipping, Chefarzt der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde am Städtischen Klinikum Dessau, „sind frustriert und setzen ihre Hörhilfen gar nicht mehr ein.“ Für hochgradig schwerhörige Menschen und Ertaubte wurden spezielle implantierbare Hörsysteme entwickelt. „Wenn der Hörnerv voll funktionsfähig ist, kann durch ein Cochlea-Implantat verloren gegangenes Hörvermögen wiedererlangt werden“, weiß Prof. Knipping, der diese Methode als einer von wenigen Ärzten in Sachsen-Anhalt seit 2017 erfolgreich anwendet.

Während Hörgeräte über Mikrophone die Umgebungsgeräusche aufnehmen und diese akustisch verstärkt an das Ohr weitergeben, übernehmen Implantate die Funktion des Innenohrs (Cochlea) und übertragen die Signale direkt an den Hörnerven.

Doch bevor die Entscheidung für ein Implantat fällt, sind Voruntersuchungen und Beratungen notwendig. Am Städtischen Klinikum hat Prof. Knipping und sein Team für diese Fälle eine Spezialsprechstunde jeweils dienstags von 14.00 bis 16.00 Uhr eingerichtet. „Genauso wichtig für den Behandlungserfolg wie die OP ist das Hörtraining und die Rehabilitation danach. Denn das Gehirn muss neu lernen, die elektronischen Signale richtig zuzuordnen.“ In der Regel übernehmen die Kassen die Kosten für das Implantat und die anschließende Reha.

Haben Sie - oder jemand in Ihrer Familie - Probleme, Gesprächen zu folgen? Dann nutzen Sie den Gratis-Hörtest, um Klarheit zu bekommen. Das HÖRMobil steht am  24. Mai  von 9 bis 13 Uhr an der Askanischen Straße vor dem Dessau-Center.