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Interdisziplinäres Zentrum zur Behandlung des diabetischen Fußsyndroms bietet einzigartige Vernetzung von Medizinern in Sachsen-Anhalt
(Im Bild: Modernste Technik zur Fußdruckmessung kommt im Zentrum zum Einsatz.)
In Deutschland leben zirka 5,5 Millionen Diabetiker und die Tendenz, an Diabetes zu erkranken, steigt stetig. Allein 14 Prozent aller Diabetiker sind jährlich wegen Fußkomplikationen in ärztlicher Behandlung. Das diabetische Fußsyndrom ist eine häufige Folgekomplikation eines langjährig bestehenden Diabetes mellitus. Dabei kommt es zu Störungen und Ausfällen der für Bein und Fuß zuständigen Nerven oder zu Störungen der Blutzirkulation. In vielen Fällen sind beide Formen miteinander kombiniert. Die Füße werden so besonders anfällig für Verletzungen. Schon banale Hautschäden können sich ungestört infizieren und ausbreiten. Gelingt es nicht, diesen Prozess kurzfristig aufzuhalten, kann die Amputation von Zehen, Fuß, Unterschenkel oder des ganzen Beines erforderlich sein.
Mehr als 30.000 Amputationen als Folge des diabetischen Fußsyndroms werden jährlich in Deutschland vorgenommen.
„Viel zu viele Amputationen, die oftmals hätten verhindert werden können“, weiß Jördis Heidmann, Fachärztin für Orthopädie und Fußchirurgie des Klinikums. Unter ihrer Regie und Leitung wurde das neue Interdisziplinäre Zentrum zur Behandlung des diabetischen Fußsyndroms im Städtischen Klinikum Dessau etabliert. Zum Hintergrund der Gründung sagt Jördis Heidmann weiter: „In der seit drei Jahren am Klinikum wöchentlich stattfindenden Fußsprechstunde fielen uns immer wieder Patienten auf, die viel zu spät mit schlimmen Füßen zur Behandlung kamen. Für das Thema diabetische Füße gab es wenig Aufmerksamkeit. Die Patienten wurden in verschiedenen Bereichen des Klinikums mit zum Teil unterschiedlichen Therapieansätzen behandelt. Hinsichtlich der Bündelung dieser Kompetenzen und der Behandlung durch einen Fußchirurgen klaffte im stationären Bereich eine große Versorgungslücke.“ Im ambulanten Bereich gibt es bereits mit Frau Dr. Jutta Lepetit eine internistische Diabetologin mit diabetischer Fußambulanz.
Die Schwerpunkte des neuentstandenen Zentrums am Städtischen Klinikum liegen in der Schließung dieser stationären Versorgungslücke, in der Verringerung der Amputationsrate beim diabetischen Fußsyndrom, in der Verringerung der Rückfallrate von diabetischen Fußläsionen, in der Verbesserung der Lebensqualität für Diabetiker mit einem Fußsyndrom und somit in der Senkung der Gesamtbehandlungskosten.
An diesem Ziel arbeiten neben Frau Heidmann weitere Fachärzte des Klinikums interdisziplinär:
-aus der Gefäßchirurgie: OA und Abteilungsleiter Dr. Wulfhard Steffen Hofmann,
Ralph Michael, Facharzt für Gefäßchirurgie
-aus der Angiologie: OA Jörg Dahlenburg, Facharzt für Angiologie
-aus der Diabetologie: OÄ Bentina Beckmann, Fachärztin für Diabetologie.
In die Zentrumsarbeit eingebunden ist ebenso die in Dessau-Roßlau ambulant arbeitende internistische Diabetologin, Frau Dr. Jutta Lepetit. Da die Therapie des diabetischen Fußsyndroms sich oft schwierig gestaltet, kommt der Zusammenarbeit mit dem Gefäßspezialisten (Angiologen) und den Gefäßchirurgen des Klinikums eine sehr große Bedeutung zu.
Damit ist das Zentrum in seiner Vernetzung von Experten – ambulant wie stationär – und dem daraus resultierenden ganzheitlichen Therapieansatz und Wissenspool einmalig für Sachsen-Anhalt.
Wie der Ärztliche Direktor und Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Dr. med. Joachim Zagrodnick erklärt, stehen zwölf Betten auf der Station 8 des Klinikums für Patienten des neu integrierten Zentrums bereit.
Priorität setzt Jördis Heidmann in den Therapieansatz der prophylaktischen Chirurgie.
Gemeint ist damit, die in der modernen Fußchirurgie des diabetischen Fußes zunehmend im Vordergrund stehenden präventiven Fußkorrekturen. Die durch Diabetes verursachten Versteifungen von Geweben, Sehnen und Muskeln haben Fußfehlstellungen zur Folge, welche es gilt, fußchirurgisch zu korrigieren und so eine Druckentlastung des Fußes zu erreichen, um Fußläsionen vorzubeugen.
Des Weiteren ist dann die begleitende ärztliche Führung der Patienten, die Schuhversorgung der Patienten mit speziellen, genau angepassten Orthopädieschuhen und die fortlaufende Kontrolle der Fußbefunde und der Passgenauigkeit des orthopädischen Schuhwerks wichtiger Bestandteil der Therapie und der Prophylaxe.
Im Rahmen der interdisziplinären Zusammenarbeit finden sich die Fachärzte des Klinikums unter anderem zu gemeinsamen Visiten und regelmäßigen Fallbesprechungen zusammen. Ein weiterer Baustein des Zentrums ist die spezielle Fußsprechstunde im Klinikum.
Kontakt
Städtisches Klinikum Dessau
Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie
Interdisziplinäres Zentrum zur Behandlung des diabetischen Fußsyndroms
Auenweg 38
06847 Dessau-Roßlau
Anmeldung für Patienten und Ärzte unter: 0340/5 01-19 30
Ärztliche Leitung des Zentrums: Jördis Heidmann (Fachärztin für Orthopädie und Fußchirurgie)
Fußsprechstunde im Klinikum:
Jeden Mittwoch von 10.00 bis 14.00 Uhr
Telefonische Anmeldung unter : 0340/5 01-19 30
Orthopädische Spezialambulanz im MVZ des Klinikums:
Jeden Dienstag von 09.00 bis 12.00 Uhr
Telefonische Anmeldung unter: 0340/5 01 - 36 20





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