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Mittwoch, 01. Oktober 2008 02:06 Alter: 3 Monat(e)

Festveranstaltung zum 15. Jahrestag des Tumorzentrums


Das Theater war ausverkauft, die Musiker in bester Stimmung und das Publikum geradezu ausgelassen verzückt. Das Benefizkonzert der "Prinzen" am 28. September im Anhaltischen Theater war der unterhaltsame Ausklang einer dreitägigen Veranstaltung, die das Tumorzentrum Anhalt anlässlich seines 15-jährigen Bestehens ausrichtete.

Zwei Tage vor dem Konzert, am 26. September, wurde zum Auftakt der Feierlichkeiten in das Dessauer Steigenberger-Hotel eingeladen. Dort veranstaltete das Tumorzentrum seinen mittlerweile 9. Aktionstag, der sich an Patienten und deren Angehörige und an interessierte Dessauer gleichermassen richtete. Prof. Hans-Dieter Göring, Vorsitzender des Tumorzentrums Anhalt, freute sich bei der Begrüssung sichtlich über die zahlreichen Besucher, die den Veranstaltungssaal des Hotels füllten. An den Beginn einer Reihe von Kurzvorträgen unter dem grossen Motto "Krebs: früh erkannt - optimal behandelt" stellte Göring Zahlen und Fakten. So werde in jeder Minute in Deutschland ein Krebs diagnostiziert, sagte er, sprach von 2 300 jährlichen Neuerkrankungen im Bereich des Tumorzentrums Anhalt. "Es ist eine Binsenweisheit: Je früher Krebs erkannt wird, desto grösser sind die Chancen einer Heilung", so Göring.

Wie Heilung und Behandlung im Konkreten aussehen, erzählten in den folgenden Stunden in kurzen Beiträgen jene Mediziner, die das Tumorzentrum als Verein versammelt. Moderiert wurde der Nachmittag von Dr. Reinhard Schück, dem Chefarzt der chirurgischen Klinik. Er gab das Wort zum Auftakt an seinen Kollegen Prof. Reiner Kachel. Der Chefarzt der Klinik für Diagnostik thematisierte die Bedeutung der radiologischen Bildgebung. Dabei benannte er die konkreten Vor- und Nachteile der verschiedenen Diagnosearten und hob die hochmoderne medizinische Ausrüstung im Städtischen Klinikum hervor. Nach Dr. Ralph Schöns Ausführungen über die Möglichkeiten der Behandlung bösartiger Hirntumoren widmete sich Prof. Christos Zouboulis dem Hautkrebs.

Zouboulis, Chefarzt der Klinik für Dermatologie, erklärte den Zuhörern, dass Hautkrebs die am häufigsten festgestellte Krebsart im Tumorzentrum Anhalt sei. Angesichts dessen mahnte er eindringlich, die Untersuchungen zur Früherkennung wahrzunehmen. "Nehmen sie die Verantwortung von sich weg, lassen sie den Arzt verantwortlich sein", sagte er. Wer viele Pigmentmale habe, müsse sich regelmässig untersuchen lassen, "da gibt es keine Entschuldigung". Besser sei es, zehn Mal ohne Grund zum Arzt zu kommen, als einmal zu spät.

Darm-, Magen- und Lungenkrebs standen im Mittelpunkt weiterer Referate am Nachmittag des Aktionstages, der nach einer Kaffeepause und weiteren Redebeiträgen und Einzelgesprächen am frühen Abend endete. Der 27. September stand ganz im Zeichen einer Festssitzung. Auf dieser begrüsste man Dr. Reinhard Nehring, Abteilungsleiter im sachsen-anhaltischen Gesundheitsministerium. Er überbrachte die Grussworte von Ministerpräsident Wolfgang Böhmer, der die Schirmherrschaft über die Veranstaltungen zum 15-jährigen Gründungsjubiläum des Tumorzentrums übernommen hatte. Prof. Göring liess vor den Gästen der Festsitzung die Arbeit des Tumorzentrums Revue passieren, bevor namhafte Wissenschaftler aus ganz Deutschland u. a. über neue Behandlungsmethoden von Krebserkrankungen sprachen. Für die musikalische Umrahmung der Festsitzung sorgte das Bläserquintett des Kammerorchester St. Laurentius.