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Dienstag, 14. August 2018 16:35 Alter: 92 Tag(e)

Wenn jede Minute zählt


Klinikum Dessau als Überregionales TraumaZentrum rezertifiziert

Schwerverletzte bei Verkehrs- oder Arbeitsunfällen benötigen eine unverzügliche, multiprofessionelle Medizinversorgung. „Je schneller und gezielter schwerverletzte Personen behandelt werden, desto größere Chancen haben sie, ein solches traumatisches Ereignis zu überleben und möglichst auch wieder vollständig zu genesen“, weiß Dr. med. Joachim Zagrodnick aus seiner langjährigen Erfahrung als Unfallchirurg. Der Ärztliche Direktor des Städtischen Klinikums Dessau leitet hier auch die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie und verantwortet die Notaufnahme des 700-Betten-Hauses. Seit 2016 ist das Klinikum als Überregionales Traumazentrum im TraumaNetzwerk DGU® Sachsen-Anhalt Süd anerkannt. Im Juli 2018 durchlief das Dessauer Klinikum nun erfolgreich die Rezertifizierung und darf den Titel für weitere drei Jahre führen.

Schwerverletztenversorgung in Sachsen-Anhalt

„Wir freuen uns, die von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V. (DGU) gesetzten und regelhaft kontrollierten Anforderungen an diese Zentren zu erfüllen. Als Überregionales Traumazentrum leisten wir an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr einen wesentlichen Beitrag zur Notfallversorgung in Sachsen-Anhalt und halten alle dafür nötigen Kapazitäten vor. Die Rezertifizierung als Überregionales TraumaZentrum bestätigt wiederholt den Einsatz unserer Ärzte und Pflegekräfte“, lobt Dr. Zagrodnick.

Circa 170 Schwerverletzte kommen jährlich ins Klinikum, rund 50 davon sind schwerstverletzt (*Quelle: Traumaregister 2017). Die meisten Patienten sind Unfallopfer und erreichen das Krankenhaus per Rettungswagen oder Luftrettung. Der Hubschrauberlandeplatz ist per Aufzug direkt mit der Notaufnahme verbunden. Schwerverletzte Patienten werden den Klinikärzten bereits vor der Landung angekündigt, so dass es vor Ort sehr schnell gehen kann. In den mit Computertomographen ausgestatteten Schockräumen übernehmen multiprofessionelle Ärzteteams und spezialisierte Pflegekräfte die Patienten und veranlassen die weiteren Untersuchungen und Behandlungsschritte wie beispielsweise chirurgische Eingriffe. Dank des benachbarten Instituts für Transfusionsmedizin des DRK-Blutspendedienstes stehen im Bedarfsfall ausreichende Blutkonserven zur Verfügung und die Anschlussversorgung erfolgt auf einer der beiden Intensivstationen des Klinikums.

Die im Jahr 2006 gestartete Initiative TraumaNetzwerk der DGU als Zusammenschluss lokaler, regionaler und überregional zertifizierter Zentren sichert eine effiziente Schwerverletztenversorgung. Nach Ansicht der DGU nimmt Deutschland hier eine Führungsposition ein. Über 35.000 Menschen werden hierzulande pro Jahr als Schwerverletzte in Kliniken gebracht. Noch in den 1990er Jahren verstarb etwa jeder vierte dieser Patienten an seinen Verletzungsfolgen. Heute überleben neun von zehn Schwerverletzten. „Das ist auch ein Verdienst des TraumaRegistersDGU® und des TraumaNetzwerksDGU®, bestätigt Dr. Joachim Zagrodnick. Chirurgische Kompetenz und intensivmedizinischer Fortschritt sind wesentliche Stellschrauben, hinzu kommen Aufnahmegarantien durch zertifizierte Kliniken, Regelungen zur Weiterverlegung oder auch die telemedizinische Kommunikation innerhalb der Netzwerke sowie die Absprachen mit den Rettungsdiensten zum Patiententransport. All diese Maßnahmen sind äußerst hilfreich bei der raschen Medizinversorgung von Schwerverletzten.“ Davon ist Dr. Zagrodnick überzeugt.

Notfallnetz engmaschig geknüpft

In Sachsen-Anhalt Süd gibt es drei überregionale Traumazentren - eins in Dessau-Roßlau und zwei Halle/Saale, allerdings sind nur zwei dieser Zentren auch für das Schwerstverletzungsartenverfahren (SAV) von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung zugelassen. Das Dessauer Klinikum gehört dazu. Die Netzwerker kooperieren mit Rettungsleitstellen, Rettungsdiensten und Kliniken. Insbesondere bei Ereignissen mit mehreren hundert Schwerverletzten gelingt dadurch die überregionale, geordnete Versorgung. Jedes Netzwerk besteht in der Regel aus mindestens einem überregionalen sowie mehreren regionalen und lokalen Traumazentren. Überregionale Traumazentren behandeln mehrere Schwerverletzte gleichzeitig mit besonders komplexen oder seltenen Verletzungen. Regionale Traumazentren übernehmen die umfassende Notfallversorgung mit breitem Leistungsspektrum. Die lokalen Traumazentren decken die unfallchirurgische Grund- und Regelversorgung ab. Alle zusammen bilden ein TraumaNetzwerk. Im Notfall heißt das, der Rettungsdienst erreicht einen Schockraum eines Traumazentrums innerhalb von 30 Minuten. Das gilt für Ballungszentren und den ländlichen Raum, rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr.

Basis der Anerkennung als Traumazentrum sind die definierten Leitlinien der DGU. Die optimalen Bedingungen wurden bereits im Jahr 2006 im Weißbuch Schwerverletztenversorgung zeitgleich zur Initiative TraumaNetzwerk DGU® festgelegt. Dementsprechend gelten einheitliche Qualitätsstandards und verpflichtend nehmen die Ärzte der zertifizierten Einrichtungen an speziellen Ausbildungsprogrammen teil. Zudem werden in den Zentren Patientendaten anonymisiert im TraumaRegister DGU® erfasst. Gemeinsam mit dem Bundesverband der Ärztlichen Leiter Rettungsdienst Deutschland e.V. etablierte die DGU ein nationales Krankenhausregister. Darüber lässt sich auch im Internet unter www.traumanetzwerk-dgu.de eine Übersicht über die Versorgungskapazitäten für Traumapatienten abrufen.

Aktuell gehören 677 Kliniken aus Deutschland und Österreich, Belgien, Luxemburg sowie den Niederlanden und der Schweiz zum unabhängigen TraumaNetzwerk DGU®. Sie schließen sich zu 53 zertifizierten Traumanetzwerken zusammen und bilden einen leistungsstarken Verbund zur flächendeckenden Versorgung von Schwerverletzten.

Das Städtische Klinikum Dessau ist mit 20 Fachbereichen und rund 1.400 Mitarbeitern eines der modernsten Krankenhäuser Deutschlands und bietet ein breites Spektrum für die zeitgemäße Patientenversorgung. Neun interdisziplinäre Zentren sind etabliert und von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung ist das Klinikum für das Schwerstverletzungsartenverfahren (SAV) zugelassen.

Bildunterschriften (Fotos SKD:

Kurze Wege zu Schockraum, OP oder Intensivstation: Das Städtische Klinikum erfüllt als Überregionales TraumaZentrum alle geforderten Kriterien zur Schwerverletztenversorgung innerhalb kürzester Zeit rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr.

Mit dem TraumaNetzwerk DGU gibt es für ganz Deutschland ein lückenloses Kliniknetz mit geprüfter medizinischer Qualität zur Akutbehandlung schwerverletzter Patienten. Das Städtische Klinikum Dessau ist seit 2016 als Überregionales TraumaZentrum im TraumaNetzwerk DGU® zertifiziert.