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News-Details

Dienstag, 05. Juni 2018 08:31 Alter: 111 Tag(e)

Welt-Hirntumor-Tag


Informationsveranstaltung im Städtischen Klinikum Dessau

Laut Weltgesundheitsorganisation - WHO - gibt es mehr als 130 verschiedene Tumoren des zentralen Nervensystems. Sie unterscheiden sich hinsichtlich der zellulären Herkunft, der Zellzusammensetzung und des Wachstumsverhaltens. Patienten, die an einem bösartigen primären Hirntumor erkranken, müssen sich meist komplexen Behandlungen unterziehen. Sie und ihre Angehörigen durchleben schwierige Situationen, die Ängste wecken aber auch immer wieder Anlass zur Hoffnung geben. Um die Interessen der Betroffenen in den Mittelpunkt zu stellen, findet alljährlich am 8. Juni der Welt-Hirntumor-Tag statt. Rund um dieses Datum veranstalten zahlreiche Krankenhäuser Tagungen und Informationsforen. Die Klinik für Neurochirurgie des Städtischen Klinikums Dessau beteiligt sich bereits zum dritten Mal an dieser Initiative und lädt am 9. Juni 2018, ab 8:45 Uhr zum Symposium für Ärzte, Patienten und Interessierte ein.

Die Veranstaltung trägt den Titel „Aktuelles in der Neuroonkologie“. Wie der Chefarzt der Dessauer Klinik für Neurochirurgie, Priv.-Doz. Dr. med. habil. Christof Renner, bestätigt, sollen mögliche neue Behandlungsmöglichkeiten vorgestellt werden: „Neben einem immer ausgefeilteren apparativen Aufwand ist davon auszugehen, dass auch molekulare und alternative Therapiestrategien weiter an Bedeutung gewinnen werden.“

Aktuelles in der Neuroonkologie

Drei Vorträge und zwei Führungen durch spezielle Behandlungsbereiche stehen auf dem Programm des Symposiums.

Mit Christian Hohaus, dem leitenden Oberarzt der Dessauer Klinik für Neurochirurgie, berichtet ein erfahrener Facharzt über „Apparative Voraussetzungen für eine moderne Neuroonkologie“. Er operiert genau wie der Chefarzt zahlreiche Patienten mit Hirntumoren und kennt die Möglichkeiten und Grenzen der innovativen Medizintechnik im Detail.

Welche Chancen neue molekulare Strategien in der Neuroonkologie eröffnen, weiß Priv.-Doz. Dr. rer. nat. Karten Neumann. Der Biologe ist am Institut für Pathologie des Städtischen Klinikums Dessau tätig und beschäftigt sich intensiv mit der sogenannten personalisierten Krebsmedizin, die auf Biomarkern basiert.

Dem in letzter Zeit viel diskutierten Thema „Methadon“ widmet sich Prof. Dr. rer. nat. Frank Gaunitz. Er leitet die Neuroonkologische Forschung am Universitätsklinikum Leipzig und wird in seinem Vortrag sachlich und kompetent die Frage beantworten, was dran ist an der Methadon-Euphorie im Zusammenhang mit dem schwer therapierbaren Hirntumor Glioblastom.

Führungen durch Klinikbereiche

Im zweiten Teil des Symposiums besteht die Chance, eine Führung zum Linearbeschleuniger in der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie zu absolvieren. Der Chefarzt der Klinik, Titularprof. (Univ. Zürich) Dr. med. habil. Ilja Ciernik wird hier die moderne, meist ambulant durchgeführte Radiotherapie mit einer Präzision im Zehntelmillimeterbereich aufzeigen.

Anschließend können Interessierte den Neurochirurgen in ihren Klinikbereich folgen. Der Chefarzt und der Leitende Oberarzt stellen dort die Navigation, das Monitoring und den Ultraschall vor, die während der Operation bei Hirntumorpatienten zum Einsatz kommen.

Begleitet wird die Veranstaltung am 9. Juni 2018 im Städtischen Klinikum Dessau von einer  Industrieausstellung und einem Informationsstand der Deutschen Hirntumorhilfe.

Die Deutsche Hirntumorhilfe ist ein gemeinnütziger Verein, der sich seit 1998 bundesweit für die Interessen von Hirntumorpatienten einsetzt. Über 1.000 Mitglieder engagieren sich in Kooperation mit Fachgesellschaften und Fachärzten für die Belange von Hirntumor- und Hirnmetastasenpatienten. Mit dem Anspruch „Wissen schafft Zukunft" agiert die ausschließlich über Spenden finanzierte Initiative auch als zentrale Informations- und Kontaktstelle für Betroffene. www.hirntumorhilfe.de.

Die Klinik für Neurochirurgie wurde 1998 am Städtischen Klinikum Dessau gegründet und etablierte sich als eine der modernsten und leistungsfähigsten Abteilungen in Mitteldeutschland. Rund 1.200 Patienten kommen pro Jahr in das interdisziplinäre Zentrum zur stationären Behandlung. Alle Erkrankungen des Kopfes, der Wirbelsäule, einschließlich des Rückenmarkes und auch der peripheren Nerven werden vor Ort versorgt. Dabei erfordern neurochirurgische Krankheitsbilder prä- wie postoperativ eine gut abgestimmte interdisziplinäre Zusammenarbeit. Am Städtischen Klinikum Dessau stehen dafür Experten aller Fachgebiete in mehreren Zentren für die bestmögliche Behandlung bereit. In regelmäßigen Konferenzen - interdisziplinären neuroradiologischen Fallkonferenzen - werden individualisierte Behandlungskonzepte und Strategien festgelegt. Dank der medizintechnischen Ausstattung und der Expertise der in der Klinik arbeitenden Neurochirurgen sind komplexe Eingriffe am Gehirn und Rückenmark unter Schonung funktionell wichtiger Strukturen und Bahnen mit dem höchstmöglichen Sicherheitsgrad und größter Effektivität realisierbar.

Welt-Hirntumortag 2018
Samstag, 9. Juni 2018, ab 8.45 Uhr
Tagungsort: Cafeteria Städtisches Klinikum Dessau, Auenweg 38, 06847 Dessau-Roßlau
Die Veranstaltung wurde von der Ärztekammer Sachsen-Anhalt mit 3 Fortbildungspunkten zertifiziert.
Anmeldung und Information: Tel.: 0340 501-1805, E-Mail: katrin.richter@i-like-no-spam.klinikum-dessau.de

Bildunterschriften:

Aktuelle Aspekte der Neuroonkologie stehen im Zentrum der diesjährigen Veranstaltung zum Welt-Hirntumor-Tag im Städtischen Klinikum Dessau.

Die Deutsche Hirntumorhilfe steht Patienten und Angehörigen beratend zur Seite.

Fotos: SKD