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Mittwoch, 20. Juni 2012 15:33 Alter: 338 Tag(e)

Neues Zentrum für nichtoperative Orthopädie und Schmerztherapie im Klinikum eröffnet


Rückenschmerzen sind neben Kopfschmerzen die häufigsten Schmerzprobleme, die aufgrund von medizinischen, sozialen und psychischen Faktoren zu einer Langzeitbehinderung führen. Das Ausmaß des Gesundheitsproblems Rückenschmerzen wird durch die Tatsache illustriert, dass allein der Rückenschmerz in Deutschland direkte Kosten in Höhe von 8,4 Milliarden Euro pro Jahr verursacht.

Diese Entwicklung erkennend, hat sich am Städtischen Klinikum Dessau ein fachübergreifendes Expertenteam gefunden, um Patienten mit Beschwerden des Bewegungsapparates einem ganzheitlichen, nicht operativen Therapiekonzept zuzuführen. Ziel ist es, einer dauerhaften Präsenz von Schmerzen entgegen zu wirken oder bei einer bereits eingetretenen Chronifizierung, die Lebensqualität der Betroffenen zu erhöhen und eine Linderung der Beschwerden zu erreichen.

Die Schwerpunkte des neuentstandenen Zentrums am Städtischen Klinikum liegen in der Diagnostik und Therapie von Rückenbeschwerden, zudem in der Versorgung chronischer Schmerzpatienten mit Verfahren der multimodalen Schmerztherapie.

Das interdisziplinäre Therapiekonzept basiert auf der Zusammenarbeit von Orthopäden, Schmerztherapeuten, Psychologen und Physiotherapeuten des Klinikums. Somit kommen physiotherapeutische Verfahren und physikalische Anwendungen, psychotherapeutische Behandlungen, Ergotherapie, Entspannungstechniken sowie spezielle ärztliche Therapieverfahren zum Einsatz.

Wie der Ärztliche Direktor und Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Dr. med. Joachim Zagrodnick erklärt, stehen acht Betten auf der Station 2 des Klinikums für Patienten des neu integrierten Zentrums bereit.  Die interdisziplinäre Diagnostik und Behandlung unter fachärztlicher Behandlungsleitung dauert mindestens 12 Tage. „Mit der stationären Aufnahme, Diagnostik und Behandlung im Klinikum können wir Betroffenen in Dessau-Roßlau und in der Region nun ein völlig neues Therapie- und Behandlungsangebot bieten. Damit ist das Zentrum einzigartig in seiner Bedeutung.“

Oberste Priorität haben eine fundierte Struktur- und Funktionsdiagnostik zur genauen Abklärung des Beschwerdebildes und hieraus abgeleitet ein möglichst ursachenbezogener Behandlungsansatz. Dabei kann das Expertenteam auf die diagnostische apparative Spitzenausstattung des Klinikums zurückgreifen (z. B. Röntgen, MRT, CT, videogestützte Bewegungsanalyse, Sonografie, computergestützte Bewegungs-/Ganganalyse, Kraftmessung, EMG). Übergeordnetes Ziel dabei ist die Vermeidung unnötiger Operationen, daneben aber auch das Aufzeigen eines anderen Lösungsansatzes als der alleinigen Gabe von Schmerzmedikamenten. Nachhaltigkeit in der Steigerung der Lebensqualität lautet die Maxime in der Herangehensweise, die gemeinsam mit dem Patienten zu erarbeiten ist.

Neben der somatischen Behandlungsebene werden auch psychosoziale Aspekte zur Förderung der Schmerzverarbeitung zur Verhinderung von Chronifizierung erfasst. Außerdem soll ferner mit dem Patienten ein Konzept entwickelt werden, das der Patient nach seiner Entlassung aus dem Klinikum konsequent in Eigenregie fortführen kann.

Nach dem stationären Aufenthalt besteht die Möglichkeit, nach Absprache mit dem sonst behandelnden Arzt, in der Rückenschmerzsprechstunde der Orthopädie des Klinikums weiter betreut zu werden.

Kontakt:

Städtisches Klinikum Dessau
Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie
Zentrum für nichtoperative Orthopädie und Schmerztherapie
Auenweg 38
06847 Dessau-Roßlau

Ärztliche Leitung des Zentrums:
OA Dr. med. Martin Ottleben (Orthopädie)
OA Dr. med. Alexander Krieghoff (Schmerztherapie)
Herr Dipl.-Psych. Michael Wittenbreder (Psychologie)
Martina Valentin (Physiotherapie)

Rückenschmerzsprechstunde der Orthopädie im Klinikum:
Jeden Freitag von 11.00 bis 14.00 Uhr

Anmeldung für Patienten und Ärzte unter:
0340/5 01-19 30