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Leben mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

16. Arzt-Patienten-Seminar im Dessauer Klinikum

Etwa 400.000 Menschen hierzulande vereint ein...

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News-Details

Donnerstag, 18. Januar 2018 08:41 Alter: 32 Tag(e)

Leben mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen


16. Arzt-Patienten-Seminar im Dessauer Klinikum

Etwa 400.000 Menschen hierzulande vereint ein Krankheitsbild. Sie leben mit einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung - kurz CED. Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind die häufigsten Diagnosen, die in diesem Zusammenhang gestellt werden. Welche Leiden diese bisher nicht heilbaren Erkrankungen des Verdauungstraktes bedeuten, können Gesunde kaum ahnen. Neben den körperlichen Beschwerden beeinträchtigt auch die gesellschaftliche Tabuisierung die Betroffenen. Wer redet schon offen über Darmprobleme? Trotz aller Hemmschwellen und Vorurteile, lassen sich CED heute ganzheitlich so gut behandeln, dass die Lebensqualität nur wenig eingeschränkt ist. „Auch steigt die Gesundheitskompetenz. Die Patientinnen und Patienten informieren sich intensiv über ihre Erkrankung und suchen gemeinsam mit Ärzten nach der bestmöglichen Therapie. Das erleben und befördern wir auch mit unserem jährlich stattfinden Arzt-Patienten-Seminar“, sagt Prof. Dr. med. habil. Mathias Plauth. Der Chefarzt der Klinik für Innere Medizin des Städtischen Klinikums Dessau lädt gemeinsam mit dem Selbsthilfeverbund für Betroffene, der Deutschen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa Vereinigung (DCCV e.V.) am 27. Januar 2018 bereits zum 16. Mal dazu ein. Diesmal bilden Augenprobleme und Ernährung bei CED sowie die Ultraschalluntersuchung des Darms und die Ängste vor Nebenwirkungen der Immunsuppressiva den thematischen Fokus der Veranstaltung.

Darmerkrankung kann zu Augenproblemen führen

CED können in jedem Lebensalter auftreten und den gesamten Verdauungstrakt betreffen. Die Entzündungsherde in einzelnen Darmabschnitten kommen schubweise und verändern die Gewebestrukturen dort, so dass die Verdauungsfunktion immer mehr geschwächt wird. Die Ursachen für CED sind noch nicht exakt erforscht. Neben genetischen Veranlagungen vermuten Wissenschaftler auch Umweltfaktoren als Auslöser. Treten Symptome auf, überweist der Hausarzt die Patienten zum Facharzt, um eine eindeutige Diagnose stellen zu können. Die Ultraschalluntersuchung gehört dann zum Standardverfahren. David Hellinger arbeitet als Gastroenterologe im Städtischen Klinikum Dessau und wird im Arzt-Patienten-Seminar spezielle Einblicke in die Welt der Darmsonografie für CED-Patienten geben.

Relativ selten wird darüber berichtet, dass CED auch zu Augenerkrankungen führen können. So leiden Morbus Crohn-Patienten häufiger unter entzündeten Augen. Diagnostiziert werden sowohl Bindehautentzündungen als auch Entzündungen der Lederhaut, Regenbogenhaut und der mittleren Augenhaut oder Netzhaut. Meist treten sie mit Beginn der Erkrankung oder während eines erneuten Krankheitsschubes auf und äußern sich in Form von Fremdkörpergefühl, Schmerzen, Lichtempfindlichkeit und Verlust der Sehkraft. Dr. med. Jens Carstens ist Oberarzt der Klinik für Augenheilkunde am Städtischen Klinikum Dessau. In seinem Seminarvortrag erläutert er, wie diese Augenerkrankungen fachärztlich erkannt und behandelt werden.

Angst vor Nebenwirkungen

Einem komplexen und wichtigen Aspekt bei der Behandlung von CED-Patienten widmet sich Priv.-Doz. Dr. Niels Teich. Der niedergelassene Facharzt gehört zu einer internistischen Gemeinschaftspraxis für Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen in Leipzig. In seinem Praxisalltag wird er häufig mit Ängsten und Befürchtungen bezüglich der Nebenwirkungen von immunsuppressiven Medikamenten konfrontiert.

Immunsuppressiva sind Arzneimittel, die die Immunreaktionen des Körpers unterdrücken. Beispielsweise müssen organtransplantierte Patienten solche Medikamente einnehmen, um Abstoßungsreaktionen zu verhindern. Morbus Crohn und Coilitis ulcerosa sind Krankheiten mit fehlerhafter Immunreaktion. Deshalb kann diese Medikamententherapie hier auch erfolgreich sein. Im Gegensatz zu Kortison sind Immunsuppressiva bei CED als Langzeittherapie geeignet. Wie bei jeder anderen wirksamen Therapie kann es zu unerwünschten Nebenwirkungen wie allergischen Reaktionen und höherer Infektanfälligkeit, Hautveränderungen oder Veränderungen des Blutbildes kommen. Auch wenn diese Nebenwirkungen nur wenige Patienten treffen, dürfen die Sorgen der CED-Betroffenen nicht bagatellisiert werden. Sie sind ein Thema, über das Fachärzte sachlich mit den Patienten reden müssen.

Ernährungsregeln bei CED

Dem Themenkreis Ernährung und Fitness bei CED widmet sich im Arzt-Patienten-Seminar Prof. Dr. med. habil. Mathias Plauth. Der Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Städtischen Klinikum Dessau ist auch 1. Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin e.V. (DGEM) und zählt zu den ärztlichen Ernährungsexperten. CED kann Mangelernährung und Mangelzustände wie Blutarmut, Eisen- und Folsäuredefizit bedingen. Deshalb befragen Ärzte die Betroffenen intensiv zu ihren Ernährungsgewohnheiten und kontrollieren zum Beispiel auch die Eisenwerte regelmäßig.

16. Arzt-Patienten-Seminar
Samstag, 27. Januar 2018, 9.30 Uhr - 13.00 Uhr
Tagungsort: Cafeteria Städtisches Klinikum Dessau
Kostenfreie Veranstaltung

Anmeldung und Information:
Tel.: 0340 501-1275, E-Mail: stefanie.schaefer-bringezu@klinikum-dessau.de

Bildunterschriften:

Raus aus der Tabuzone: Das Arzt-Patienten-Seminar zu chronisch entzündlichen Darmerkrankungen ist ein anerkanntes Forum für Betroffene rund um Diagnostik und Therapie. Prof. Dr. med. habil. Mathias Plauth und weitere Fachärzte laden dazu jährlich ins Dessauer Klinikum ein.

Die DCCV e.V. ist die Selbsthilfeorganisation für die über 400.000 CED-Betroffenen in Deutschland. Ihre zentralen Aufgaben sind die persönliche Beratung und umfangreiche, verständliche Informationen zum Leben mit CED, die Vertretung der Interessen der über 21.000 Mitglieder in Politik und Öffentlichkeit und ihre Unterstützung bei sozialrechtlichen Fragen. www.dccv.de