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Freitag, 30. März 2018 17:15 Alter: 264 Tag(e)

Kreißsaal oder alternativer Gebärraum?


Klinikum Dessau ist Studienklinik zur natürlichen Geburt

Die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Städtischen Klinikums Dessau ist eine von bundesweit zwölf ausgewählten Studienkliniken. „Be-Up: Geburt aktiv“ nennt sich die Studie, die am 1. April 2018 startet und an der bis zum Frühjahr 2020 insgesamt 4.000 werdende Mütter teilnehmen sollen. Es ist die bisher größte Studie dieser Art. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob die Gebärumgebung die Wahrscheinlichkeit für eine natürliche Geburt erhöht.

„Wir hatten von Anfang an großes Interesse, als Studienklinik teilzunehmen. Mit über 800 Geburten pro Jahr bieten wir repräsentative Erhebungszahlen und können auf ein engagiertes Hebammenteam setzen“, informiert Dipl.-Pflegewirt Daniel Behrendt, MPH. Der Pflegedienstleiter des Städtischen Klinikums Dessau suchte gemeinsam mit Dr. med. Hermann Voß, dem Chefarzt der Dessauer Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe frühzeitig den Kontakt zu den Studieninitiatorinnen vom Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle/Saale. Mit Begeisterung richteten die Hebammen des Klinikums inzwischen den alternativen Gebärraum ein und auch die Ärztliche Leiterin des Mutter-Kind-Bereiches, Oberärztin Dr. med. Ellen Galender unterstützt das Projekt aus Überzeugung. Zudem wird ab April jeweils am Dienstag und Freitag eine spezielle Sprechstunde für alle angeboten, die an der Studienteilnahme interessiert sind.

Forschungsziel: Einfluss der Umgebung auf die Geburt

„Für die Geburt ihres Kindes wählen die Eltern die Klinik heute sehr genau aus. Mit unserem familienorientierten Mutter-Kind-Bereich in direkter Anbindung an die Neugeborenen-Intensivstation bieten wir einen medizinischen Rundumservice, in dem Freiraum für die Individualität der werdenden Eltern bleibt. So schaffen wir in unseren klassischen Kreißsälen bereits eine Wohlfühlatmosphäre inklusive des medizintechnischen Standards. Wir sind nun sehr gespannt, ob der alternative Raum zu signifikant höheren natürlichen Geburten ohne Kaiserschnitt beitragen kann“, sagt die Leitende Hebamme Susanne Bantel.

Im Zentrum des Kreißsaales steht ein von drei Seiten zugängliches Gebärbett, auf dem die Frauen während der Wehen unterschiedliche Körperhaltungen einnehmen können. Im Klinikum Dessau gibt es hier bereits Zusatzausstattungen wie einen Gebärhocker oder ein Tuch von der Decke. Der alternative Gebärraum garantiert noch mehr Privatsphäre und Ausstattungsalternativen. Bodenmatte, Matratze, Sitzsack und Schaumstoffelemente stehen zur freien Auswahl und individuellen Nutzung. Es gibt eine Ruhezone und entspannungsfördernde Angebote wie dimmbares Licht oder Abspielgeräte für mitgebrachte DVDs.

Wenn die durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 1,1 Million Euro geförderte Studie zu gesicherten Ergebnissen führt, könnten alternative Gebärräume bundesweiter Standard in Kliniken werden. „Jährlich circa 21.000 Gebärende mehr könnten dann eine natürliche Geburt erleben und die Zahl der Kaiserschnittentbindungen ließe sich durch eine bewegungsfördernde Geburtsumgebung verringern“, schätzt die Studienleiterin Dr. rer. medic. Gertrud M. Ayerle vom halleschen Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaften.


Weitere Informationen:
www.klinikum-dessau.de
www.be-up-studie.de

Bildunterschriften
Natürliche Geburt? Werdende Mütter können im Städtischen Klinikum Dessau an der Studie „Be-Up: Geburt aktiv“ teilnehmen.

Wir sind dabei: Die Hebammen des Städtischen Klinikums Dessau mit den Studienleiterinnen und Oberärztin Dr. med. Ellen Galender (links) im für die Studie „Be-Up: Geburt aktiv“ alternativ eingerichteten Gebärraum.

Fotos: SKD