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News-Details

Donnerstag, 01. März 2018 18:04 Alter: 290 Tag(e)

Im Auftrag des Lebens


5. Dessauer Molekularpathologie-Symposium

Etwa 1.300 Pathologen sind bundesweit tätig. Mit ihrem spezifischen Wissen in einem komplexen Fachgebiet gelten sie als Allrounder in der Medizin und leisten für die moderne Tumordiagnostik und -therapie einen wertvollen Dienst. „Insbesondere im Bereich der Molekularpathologie sind rasante Entwicklungen zu verzeichnen. Analyse- und Diagnoseverfahren verändern sich und eröffnen Möglichkeiten, von denen wir vor wenigen Jahren noch nicht einmal zu träumen wagten“, stellt Priv.-Doz. Dr. rer. nat. Karten Neumann vom Institut für Pathologie am Städtischen Klinikum Dessau fest. Gemeinsam mit Chefarzt Dr. med. Jürgen Knolle lädt er am 10. März 2018 zum Dessauer Molekularpathologie-Symposium ein. „Wir veranstalten dieses Fachforum bereits zum fünften Mal und freuen uns, dass es von den Berufskollegen anerkannt und als Fortbildungskongress genutzt wird“, bestätigt Dr. Knolle. Über 100 Anmeldungen von Teilnehmenden aus dem gesamten Bundesgebiet liegen vor. Die hohe Resonanz spricht für die Auswahl der Referenten und Themen.

Personalisierte Krebstherapie

Eröffnet wird das Symposium von Gisela Kempny. Als Geschäftsführerin des Bundesverbandes Deutscher Pathologen e.V. weiß sie, vor welchen Herausforderungen ihr Berufsstand aktuell steht. Mit Prof. Dr. med. Hans-Ulrich Schildhaus eröffnet anschließend ein Referent den Reigen der Fachvorträge, der zu den anerkannten Größen seines Faches zählt. Der Leitende Oberarzt am Institut für Pathologie der Universitätsmedizin Göttingen wird in Dessau-Roßlau über prädikative Biomarker bei Lungenkarzinomen sprechen.

Biomarker sind die Grundlage für die personalisierte Krebsmedizin. Vereinfacht lassen sich Biomarker als messbare biologische Merkmale definieren, die diagnostische, prognostische und prädikative Aussagen gestatten. Daher lassen sich moderne Krebstherapien anhand von Biomarkern individuell auf den Patienten und die Eigenarten seiner Tumorerkrankung zuschneiden. Eine der neuen Strategien setzt darauf, Krebszellen mittels körpereigener Immunmechanismen zu vernichten. Aufgrund der wachsenden Erfahrungen und zunehmenden Erfolge der Molekularpathologie bildet diese Spezialisierung auch den thematischen Schwerpunkt des Dessauer Symposiums. So werden neben den Biomarkern bei Lungenkarzinomen auch die des Pankreaskarzinoms betrachtet. Dr. med. Dr. med. univ. Alexander Muckenhuber beschäftigt sich in seinem Vortrag mit neuen therapeutischen Ansätzen für diese bösartige Erkrankung der Bauchspeicheldrüse. Der Facharzt und Wissenschaftler arbeitet am Institut für Pathologie der Technischen Universität München.

Welche Bedeutung die molekulare Diagnostik bei Darmkrebs - den kolorektalen Karzinomen hat, wird Prof. Dr. rer. nat. Christine Sers ausführen. Sie ist die Leiterin des Labors für Molekulare Tumorpathologie an der Charité - Universitätsmedizin Berlin.

Über aktuelle Aspekte der molekularpathologischen und klinischen Entwicklungen in der Urologie wissen Prof. Dr. med. Arndt Hartmann und Prof. Dr. rer. nat. Helge Taubert zu berichten. Beide Referenten wirken am Universitätsklinikum Erlangen. Prof. Hartmann ist Direktor des dortigen Instituts für Pathologie und Prof. Taubert verantwortet den Bereich Molekulare Urologie der Urologischen und Kinderurologischen Klinik.

Den letzten Vortrag des Symposiums wird Prof. Dr. med. Andreas Neubauer gestalten und die Herausforderungen durch neue Immuntherapien in der Onkologie aufzeigen. Der Direktor der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Immunologie von Universitätsklinikum Gießen und Marburg gilt als Experte auf diesem anspruchsvollen Gebiet.

Für den Wissenschaftsnachwuchs bietet das Symposium auch in diesem Jahr mit der Posterpräsentation wieder eine Bühne. Hier können bevorzugt junge Ärzte und Naturwissenschaftler Forschungsprojekte oder Fallstudien zum Thema Molekularpathologie vorstellen. Die besten Arbeiten werden prämiert.

Das Institut für Pathologie des Städtischen Klinikums Dessau verfügt über ein histologisches, immunhistologisches und zytologisches Labor. Ebenfalls etabliert ist eine profilierte molekularbiologische Abteilung, die das größte Spektrum entsprechender Untersuchungen unter den nichtuniversitären Instituten und Praxen für Pathologie in Sachsen-Anhalt anbietet. Molekularpathologische Analysen gehören inzwischen zum Standard bei der diagnostischen und therapeutischen Beurteilung von Krebserkrankungen und bilden damit die Basis für eine zunehmend molekular definierte Onkologie. Zudem erfordert die Vielfalt an molekularen Targettherapien ein immer größeres Verständnis für die biologischen Merkmale eines Tumors und dessen Verhalten während der Therapie. Es wird jede definitive Krebsdiagnose von einem Pathologen anhand der Untersuchung von Gewebe oder Zellen gestellt. In der Pathologie in Dessau ist das pro Jahr bei 3.500 bis 4.000 Patienten der Fall. Dabei werden auch Genmutationen analysiert und das zukünftige biologische Verhalten und therapeutische Ansprechen von Tumoren prognostiziert. Das ermöglicht die gezielte, optimierte und individualisierte Therapie für Krebspatienten.

Samstag, 10. März 2018, Beginn: 9.30 Uhr
Radisson Blu Hotel Fürst Leopold Dessau, Friedensplatz, 06844 Dessau-Roßlau
Die Veranstaltung wurde von der Ärztekammer Sachsen-Anhalt mit 5 Fortbildungspunkten akkreditiert.
Veranstalter: Städtisches Klinikum Dessau, Institut für Pathologie des Städtischen Klinikums Dessau
Anmeldung und Information: Chefarzt-Sekretariat Institut für Pathologie des Städtischen Klinikums Dessau, Telefon: 0340 501-1070, Fax: 0340 501-1029, E-Mail: beate.donath@i-like-no-spam.klinikum-dessau.de

Bildunterschriften:
Mittels eines DNA-Sequenziergerätes lassen sich therapierelevante Mutationen in Krebsgenen nachweisen.

Die moderne Pathologie ermöglicht die personalisierte Krebstherapie und setzt konstante, spezialisierte Wissensupdates voraus.

Fotos: SKD