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Mittwoch, 06. Februar 2019 13:58 Alter: 73 Tag(e)

Grenzerfahrungen, die helfen: Logistiker beim Fahrsicherheitstraining


Fahrtrainer Wenzel demonstriert die richtige Haltung beim Bremsen: Fest in den Beinen und locker in den Armen.

Damit der Anlauf stimmt, wurde eigens das Tor zur Landebahn geöffnet.

Mit Karacho auf die Pylonen zu: Vollbremsung aus 70 km/h unter den kritischen Augen des Trainers.

Nachbesprechung mit dem Klartext-Coach, der nach 18 Jahren im Sicherheitstraining schon alle Fahrfehler gesehen hat.

Nebelsuppe, 1,5 Grad, Schneeflaum am Straßenrand – kein Wetter, das Autofahrer lockt. Aber genau das Richtige für ein Fahrsicherheitstraining. Jörg-Uwe Braun, Leiter Logistik am Städtischen Klinikum Dessau, hat 20 seiner Mitarbeiter ein solches mit   Hilfe der hauseigenen Fortbildungs-akademie organisiert „Unsere Fahrer legen bis zu 200 Kilometer am Tag zurück. Tendenz steigend. Deswegen möchte ich, dass sie mehr über ihr Fahrzeug erfahren und gut auf Krisensituationen vorbereitet sind.“

Unfall mit Überschlag: Wenzel weiß warum

Der ehemalige Flugplatz liefert das passende Trainingsgelände, die Verkehrswacht  Dessau mit Jürgen Wenzel den Coach. Seit 18 Jahren ist er im Geschäft. Ihn kann kein Autofahrer mehr erschüttern. Auch die betagte Dame nicht, die nach einem Unfall mit Überschlag von ihrem Mann ein Fahrsicherheitstraining  verordnet bekam. Beim Bremstest merkte Wenzel sofort, dass da etwas nicht stimmt: erstens heulte der  Motor laut auf, und zweitens kam sie dem Ende der Landebahn gefährlich nahe. „Gute Frau, was machen Sie denn da?“ rief Wenzel in sein Walkie Talkie. Die Antwort: „Mit beiden Füßen voll in die Pedale gehen – so wie es mir mein Mann gesagt hatte.“ Nur leider war sie in einem Automatik mit reichlich PS unter der Haube unterwegs. „Wenn Sie Vollgas mit Vollbremsung mischen, dann wird es richtig ungemütlich im Auto.“ Mit Geschichten wie diesen bringt Wenzel seine Schüler auch heute zum Schmunzeln. Er weiß seine Kundschaft zu nehmen und trifft immer den richtigen Ton.

Vollbremsung aus 70 km/h ohne Hände am Steuer

Nach Slalomfahren vor- und rückwärts steht nun Bremstraining auf dem Plan. Der Fahrlehrer fordert seine Schüler auf, ihren mitgebrachten Fuhrpark bestehend aus Jumper, Caddy und VW Bussen auf 70 km/h zu beschleunigen und dann voll in die Eisen zu gehen. Im vierten Durchgang auch ohne Hände am Steuer. Die Botschaft: „Das Auto bremst von allein. Viele verkrampfen und verreißen das Lenkrad, wenn es eng wird. Das ist fatal.“ Also in den Armen schön locker bleiben, damit im Notfall das Ausweichmanöver gelingt. Apropos Fahrzeugkunde: Kaum einer der Berufsfahrer wusste, das bei modernen Fahrzeugen nach einer Vollbremsungen aus mehr als 50 km/h die Warnanlage automatisch zu blinken beginnt, sobald das Auto zum Stehen kommt. Technik, die begeistert.

Die Stotterbremse hat ausgedient

Nun wird der Belag gewechselt. Statt Teer geht es auf einen dauerbesprengten Anatol-Belag. Der hat einen Reibwert von gerade mal 40 Prozent im Vergleich zu Asphalt und dient Wenzel dazu, eine festgefahrene Schneedecke zu simulieren. Wieder tritt der SKD-Konvoi an. Und, oh Wunder, schon bei 30 km/h hat sich der Bremsweg im Vergleich zu vorher verdoppelt. Bei Tempo 70 wird es richtig eng: Die Fahrzeuge rutschen über die nasse Piste, als gäbe es kein Halten mehr. Erst die letzten 20 Meter mit wieder gewohnten Belag unter den Schlappen bringen die gewünschte Verzögerung. Spätesten jetzt hat jeder beide Füße fest auf die Pedale gestemmt. Genau richtig, denn in ABS-Zeiten hat die Stotterbremse, wie sie noch vor 20 Jahren in der Fahrschule beigebracht wurde, längst ausgedient. Und ja, zur Bremswegverkürzung  gehört auch ein entschlossen durchgetretenes Kupplungspedal.

Wünsche, die in Erfüllung gehen

Nach acht Stunden am sonst so heiligen Samstag, in denen der Klinik-Fuhrpark nicht geschont wurde, ist der Kurs vorbei. Wie war‘s? Daniel Schwiesow nennt es anerkennend „richtig schick. Für mich war es eine echte Premiere, könnten wir öfter machen, weil man immer etwas dazulernt.“

Sein Wunsch ist jetzt schon erfüllt. Logistikchef Braun will jedes Jahr eine Fortbildung anbieten. Im nächsten Jahr könnte Ladungssicherung das Thema sein, aber alle zwei Jahre sollte das Fahrsicher-heitstraining auf dem Programm stehen. Denn nichts schützt mehr, als Gefahr schon mal erfahren zu haben – im doppelten Sinne des Wortes.